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Neuwerker-Scheiben-Schützen-Gilde : Ältermann Norbert Klause ist jetzt auch König

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Neuwerker Scheiben-Schützen-Gilde von 1692: Die Entscheidung fiel zwischen den drei besten Schützen.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 08:20 Uhr

Rendsburg | Einigen aufmerksamen Gildebrüdern war es gleich aufgefallen: "Da fehlt doch einer." Alle Funktionsträger der Neuwerker-Scheiben-Schützen-Gilde von 1692 hatten sich gestern Abend kurz vor der Königsproklamation auf dem Podium im Schützengrund versammelt. Nur Dr. Norbert Klause war nicht dabei. Und das hatte seinen Grund: Der Ältermann der Gilde hatte einen der besten Schüsse mit dem Vorderlader auf die Scheibe abgegeben und übernahm die Königskette von seinem Vorgänger Michael Kolls.

Den ganzen Nachmittag hatten die Gildebrüder mit dem schweren Gewehr und selbstgegossenen Kugeln auf die 100 Meter entfernte Scheibe gezielt. Bei der Auswertung stellte sich heraus: Drei Schützen waren etwa gleich gut. Olaf Braun, Torsten Boger und Norbert Klause wurden zum Gespräch gebeten. Anders als im vergangenen Jahr fiel die Entscheidung relativ schnell. Gegen 19.30 Uhr präsentierte Major Peter Kehrberg den neuen König. "Er war vor fünf Jahren schon einmal ganz nahe dran, jetzt ist seine Zeit gekommen", sagte Kehrberg. Norbert Klause wird für ein Jahre gleichzeitig 1. Ältermann sein, zu seinem Marschall ernannte der Mediziner den Rechtsanwalt Carsten Ukena. Im Anschluss an an die Proklamation ließen die Neuwerker den langen Tag im Kulturzentrum ausklingen.

Zu Beginn des traditionellen Gildefrühstücks am Vormittag im Conventgarten rief der Norbert Klause als Ältermann seine Gildebrüder dazu auf, nicht nur über Probleme, Sparzwänge und schlechte Wahlbeteiligung zu jammern, sondern sich mit Herz, Mut und Verstand für ihre Umgebung einzusetzen. Das Herz werde von der Gilde und den Rendsburgern schon jetzt gezeigt, so Klause. Er verriet, dass die Bettelaktion am vergangenen Freitag sehr erfolgreich verlaufen sei und der Bürgermeister sich auf eine satte Spende zu Gunsten bedürftiger Rendsburger freuen könne. Mut forderte er von seinen Gildebrüdern bei Investitionen in ihre Heimatstadt und Verstand unter anderem von der Stadtverwaltung - beispielsweise wenn es darum geht, auch einmal Dinge zuzulassen, die nicht ausdrücklich in den Regularien stehen.

Nachdem der scheidende König Michael Kolls ("Der Besonnene") sein Königsjahr hatte Revue passieren lassen, hielt Bürgermeister Pierre Gilgenast die Gästerede. Er rief in einer seiner "Begeisterungsreden" dazu auf, sich für die Stadt zu engagieren und gemeinsam an ihrer Zukunft zu arbeiten. Er habe in seiner bisherigen Zeit als Bürgermeister Begeisterung in der Bevölkerung gespürt. "Es gibt eine Bürgerbewegung für Rendsburg", sagte Gilgenast. Die habe sich zwar nicht in der Wahlbeteiligung von 33,4 Prozent ("enttäuschend") gezeigt, wohl aber in vielen Gesprächen, Aktionen und Investitionen von Rendsburgern in Rendsburg. "Das wird etwas", rief der Bürgermeister den Gildebrüdern zu.

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