Erfolg : ACO peilt die Milliarde an

Familienunternehmen: Hans-Julius Ahlmann und sein Sohn Iver Ahlmann sind die geschäftsführenden Gesellschafter von ACO.
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Familienunternehmen: Hans-Julius Ahlmann und sein Sohn Iver Ahlmann sind die geschäftsführenden Gesellschafter von ACO.

Umsatz der Unternehmensgruppe wächst kräftig / Zwölf Millionen Euro werden in diesem Jahr in Büdelsdorf investiert

shz.de von
30. Januar 2018, 10:43 Uhr

Die Büdelsdorfer Unternehmensgruppe ACO schwimmt auf einer Erfolgswelle. Der Weltmarktführer in der Entwässerungstechnik steigerte seinen Umsatz im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 775 Millionen Euro. Für dieses Jahr wird ein Wachstum auf 840 Millionen Euro erwartet. Die gute Weltkonjunktur, die zunehmende bauliche Verdichtung der Städte sowie die Angst vor den Folgen des Klimawandels stärken die Nachfrage nach Rinnen-, Speicher- und Reinigungssystemen aus dem Hause ACO. Für das Jahr 2021 peilen die geschäftsführenden Gesellschafter Hans-Julius Ahlmann und Iver Ahlmann einen Umsatz von einer Milliarde Euro an.

Noch vor wenigen Jahren legten Ingenieure bei der Planung von Entwässerungssystemen den laut Statistik stärksten Regen eines Jahrzehnts zugrunde. „Heute plant man mit dem Jahrhundertregen“, sagt Iver Ahlmann. Das bedeutet für ACO: Weil sich die Abwasserkanäle der Städte nicht beliebig vergrößern lassen, müssen neue Lösungen her. Ein Beispiel: Im April nehmen Arbeiter im Büdelsdorfer Werk eine 80 Tonnen schwere Kunststoffspritzmaschine in Betrieb. Mit ihr werden Elemente produziert, die unbelastetes Regenwasser nicht in die Kanalisation ableiten, sondern dem Grundwasser zuführen. 4000 Kubikmeter dieses sogenannten Rigolen-Systems hat der russische Energieversorger Gazprom für seine neue Hauptverwaltung in St. Petersburg geordert.

In Büdelsdorf investiert ACO in diesem Jahr insgesamt zwölf Millionen Euro. Davon sind vier Millionen Euro für Maschinen und Automatisierung vorgesehen. Größter Brocken ist die Kunststoffspritzmaschine, für die derzeit im Büdelsdorfer Werk ein massives Betonfundament vorbereitet wird. Die gleiche Summe fließt in den Bau des „Technikums“, der künftigen Heimat der ACO-eigenen Abteilung für Forschung und Entwicklung. Dafür wird ein bestehendes Vielzweckgebäude kernsaniert. Die Nutzfläche beträgt 1000 Quadratmeter. Die hier tätigen Chemiker und Ingenieure haben die Aufgabe, die Eigenschaften der Werkstoffe durch neue Rezepturen zu verbessern.

Die restlichen vier Millionen Euro stellen die Gesellschafter für den Kauf einer neuen Unternehmenssoftware zur Verfügung. Sie wird zunächst in Büdelsdorf eingeführt und soll mittelfristig an allen Standorten weltweit zum Einsatz kommen. Mit diesem Programm will der Hersteller den Informationsaustausch zwischen allen Abteilungen erleichtern und beschleunigen.

2017 waren weltweit 4800 Menschen bei ACO beschäftigt, 400 mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr wird die Zahl auf 5000 steigen. Zwei von drei Arbeitsplätzen befinden sich im Ausland. Die Büdelsdorfer verfolgen die Strategie, den Weltmarkt dezentral zu bearbeiten. ACO ist in über 40 Ländern mit Mitarbeitern präsent. Es gibt 30 Fertigungsstätten auf vier Kontinenten.

Mit Ausnahme der Märkte in den arabischen Staaten, die 2017 unter dem niedrigen Ölpreis litten, lief das Geschäft für ACO weltweit gut. Dies gilt auch für die spanische ACO-Tochter, deren Umsatz 2013 infolge der Wirtschafts- und Immobilienkrise um die Hälfte eingebrochen war, sich aber nun wieder auf Vorkrisen-Niveau zubewegt.

Zu den konkreten Erlösen äußert sich ACO traditionell nicht. Hans-Julius Ahlmann macht allerdings keinen Hehl daraus, dass die Geschäfte gut laufen: „ACO ist kerngesund.“

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