Acht Frauen und ihr Weg in die Politik

Die Bürgermeister Nils Höfer, AchimTrede, Volker Ratjen und Markus Mehrens (von links) hoffen auf mehr weibliche Beteiligung in den Gremien.
1 von 2
Die Bürgermeister Nils Höfer, AchimTrede, Volker Ratjen und Markus Mehrens (von links) hoffen auf mehr weibliche Beteiligung in den Gremien.

Gemeindevertreterinnen erzählen aus ihrem Alltag

von
16. Januar 2018, 14:08 Uhr

Etwa 50 Prozent der Bevölkerung ist weiblich. Doch gerade die kommunalen Gremien werden trotzdem deutlich von Männern dominiert. Um dies zu ändern, hatten am Montag fünf Bürgermeister des Amtes Nortorfer Land zu einer Informationsveranstaltung nach Krogaspe eingeladen. Acht Gemeindevertreterinnen berichteten dort von ihrer politischen Arbeit.

Das Thema sei auf einer Amtsausschusssitzung angesprochen worden, sagte Krogaspes Bürgermeister Nils Höfer, daher hatten seine Amtskollegen aus Borgdorf–Seedorf, Schülp, Gnutz und Timmaspe gedacht, dass es besser sei , mit Frauen statt über Frauen zu sprechen. Rund 20 Zuhörerinnen waren der Aufforderung gefolgt. Zum Auftakt erzählten die acht Gemeindevertreterinnen, wie sie in die Politik gekommen sind. So war es bei Meike Derner beispielsweise das soziale Engagement im Schülertreff. Schnell stellte sich bei ihr heraus, dass sie aktiv am Gemeindegeschehen mitwirken wollte. Nach einer Wahlperiode als bürgerliches Mitglied wurde ihr dann gleich der Bürgermeisterposten angetragen.

Gemeindevertreterin Wiebke Klamma (Timmaspe) sagte, dass sie zwar ohne politische Vorerfahrung ins kalte Wasser gesprungen sei. Das sei aber kein Problem. So gebe es jede Menge Hilfestellungen durch die anderen Gemeindevertreter, und nach den ersten fünf Jahren habe sie nun den richtigen Einblick gewonnen. Trotzdem müssten sich Kandidatinnen immer darüber bewusst sein, dass sie einen Teil ihrer Freizeit aufgeben und auch unbequeme Entscheidungen treffen müssten.

Das bestätigte Hannelore Delfs. Ihre Beweggründe waren, dass sie lieber politisch mitwirken wollte, statt einfach nur zu meckern. Sie habe festgestellt, dass es wichtig sei, die Arbeit in der Gemeindevertretung vom Privaten zu trennen. Sie werde beispielsweise beim Einkaufen angesprochen, warum die Gemeindevertretung in brisanten Themen so entschieden habe. Da mache sie den Personen klar, dass das nicht der richtige Ort für eine Diskussion sei. „Man braucht ein dickes Fell, aber Mitgestalten ist eine tolle Sache.“ Die anwesenden Bürgermeister bestätigten, dass die Gemeindevertreterinnen eine Bereicherung für die Sitzungen seien, mit denen die Zusammenarbeit sehr gut klappe. So meinte Nils Höfer, dass Frauen die Fragen stellten, für die Männer zu stolz seien. Frauen wollten erst über ein Thema genau Bescheid wissen, bevor sie eine Entscheidung treffen.

Die Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Oeltzen bot an, bei Interesse Seminare zu veranstalten, die beispielsweise die Funktion von Amtsverwaltung und den kommunalen Gremien erklären.Auch in Rhetorik könne sie einen Dozenten organisieren. Für Mütter gab sie den Tipp, dass in der Hauptsatzung des Amtes verankert sei, dass Personen, die sich ehrenamtlich in der Gemeinde beteiligen, den Anspruch auf Kinderbetreuung haben. Geld, das in diesem Bereich ausgegeben werde, könne zurückgefordert werden. Das überraschte selbst einige der erfahreneren Gemeindevertreterinnen, sie hatten davon bisher nichts gehört.

Nils Höfer empfahl den Anwesenden, das Thema erst ein oder zwei Tage sacken zu lassen und sich dann einen Ruck zu geben. Die meisten Wählergemeinschaften stellen in den nächsten Wochen ihre Kandidaten für die Wahl im Mai auf. Dann wäre eine 50-Prozent-Quote an Gemeindevertreterinnen erstrebenswert.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen