Nach Flugunfall : Abschied von verunglückten Piloten

Die GFD hatte gestern in der Halle 1 auf dem Flugplatz auch Learjets aufgestellt. Die Trauergäste nahmen zwischen zwei der Maschinen Platz.
Die GFD hatte gestern in der Halle 1 auf dem Flugplatz auch Learjets aufgestellt. Die Trauergäste nahmen zwischen zwei der Maschinen Platz.

Auf dem Nato-Flugplatz Hohn fand die Trauerfeier für die beiden Mitarbeiter der GFD statt. Die Ursache des Flugunfalls ist noch immer nicht geklärt.

shz.de von
02. Juli 2014, 14:04 Uhr

Etwa 400 Menschen haben gestern auf dem Nato-Flugplatz Hohn von den beiden Piloten Abschied genommen, die vor zehn Tagen im Sauerland bei einem Flugzeugabsturz gestorben waren. An der Trauerfeier nahmen Angehörige sowie viele Weggefährten von der Bundeswehr und der GFD, ehemals Gesellschaft für Flugzieldarstellung, teil. Auch eine Abordnung des GFD-Mutterkonzerns Airbus Defence and Space war darunter.

Der Pilot Olaf Peltzer (50) und sein Co-Pilot Jürgen Ziska (43) absolvierten am 23. Juni einen Übungsflug, bei dem sie mit ihrem Learjet der auf dem Hohner Flugplatz ansässigen GFD eine Maschine simulierten, die unerlaubt in den deutschen Luftraum eindrang. Bei diesem Renegade-Manöver sollten sie von zwei Eurofighter-Jets der Luftwaffe ohne Funkkontakt zum nächsten Flugplatz geleitet werden. Dabei kam es zu einem Zusammenstoß des Learjets mit einem der Kampfflugzeuge. Die Ursache ist noch unbekannt. Der Learjet stürzte ab, während der Eurofighter beschädigt landen konnte.

„Wir wissen noch nicht, was passiert ist, und ihr Tod ist für uns alle unbegreiflich“, sagte der Flugbetriebsleiter der GFD, Björn Glaß, in seiner Trauerrede. Das Renegade-Manöver sei für die Piloten Routine gewesen. „Beide waren absolute Profis mit einem absoluten Sicherheitsverständnis.“ Sie seien mit ihrer Arbeit glücklich gewesen und ihr sehr leidenschaftlich nachgegangen. Es hätte sie gefreut, dass so viele Menschen zum Abschied gekommen sind.

„In diesem Beruf ist man eng miteinander verbunden“, bestätigte Michael Stoldt der Landeszeitung am Rande der Feier in der GFD-Halle 1. Für die Veranstaltung war der Flugbetrieb unterbrochen worden. Stoldt ist selbst GFD-Pilot. Er beschrieb seine Kollegen als sehr erfahren. Beide sind ihm zufolge erst für die Bundeswehr geflogen und danach zur GFD gewechselt. Olaf Peltzer sei bereits seit 2004 GFD-Pilot gewesen und habe insgesamt etwa 7500 Flugstunden absolviert. Jürgen Ziska kam 2012 von der Bundeswehr zu der zivilen Airbus-Tochter. Er habe mehr als 4000 Flugstunden abgeleistet.

Flugbetriebsleiter Glaß fand in seiner Rede sehr persönliche Worte und beschrieb den Gästen den herzlichen Umgang und die Fröhlichkeit der beiden getöteten Kollegen. „Er hatte das Funkeln in den Augen“, sagte Glaß über Jürgen Ziska. Die Sicherheit habe jedoch nie darunter gelitten. Seine Rede war eingebettet in einen Gottesdienst, den Birgitta Gnade vom Evangelischen Militärpfarramt Kropp gestaltete. „Ihr Tod wirkt unverständlich und sinnlos“, sagte sie zu Beginn. Wie ein Dieb habe er die beiden Männer aus der Mitte des Lebens geraubt.

Bereits nach dem Absturz hatte die GFD das Fliegen für einen Tag eingestellt. In der gesamten Geschichte von 48 Jahren der Flugzieldarstellung habe es keinen Flugunfall gegeben, sagte Michael Stoldt. Davon gibt es das Unternehmen GFD seit 25 Jahren. Seit kurzem wird nur noch die Abkürzung verwendet, nicht mehr der Name Gesellschaft für Flugzieldarstellung, weil das Unternehmen auch andere Aufgaben übernimmt. Mit den zwölf Learjets und einem Personalstamm von 100 Mitarbeitern, darunter etwa 40 Piloten, ist die GFD vor allem im Auftrag der Bundeswehr unterwegs.

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