Baubeginn : Abschied von stürmischen Zeiten

Symbolischer Baubeginn: Stadtpräsidentin Karin Wiemer-Hinz, Schulleiterin Kirsten Koppelmann und Bürgermeister Pierre Gilgenast (von links) mit der Kupferhülse für die Grundsteinlegung.
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Symbolischer Baubeginn: Stadtpräsidentin Karin Wiemer-Hinz, Schulleiterin Kirsten Koppelmann und Bürgermeister Pierre Gilgenast (von links) mit der Kupferhülse für die Grundsteinlegung.

Die jahrelange Vorgeschichte hat ein Ende: Der Grundstein für die Erweiterung der Schule Altstadt ist gelegt. Für 4,6 Millionen entstehen ein Naturwissenschaftszentrum und Räume für die Verwaltung.

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24. Januar 2015, 06:00 Uhr

RENDSBURG

Ohrenbetäubender Jubel brandet auf dem Schulhof auf. Dafür gibt es zwei Gründe: Erst wird der Grundstein für den Neubau an der Schule Altstadt gelegt. Dann verkündet Bürgermeister Pierre Gilgenast, der eine Kupferhülse – gefüllt mit Tageszeitungen, Bauplänen, Schulchronik und europäischen Münzen – in einer der Grundmauern des neuen Gebäudes mit frischem Mörtel einbetoniert hat: „Die Kinder haben jetzt Schulschluss.“

Doch nicht nur der Nachwuchs strahlt gestern Mittag. Auch die Stimmung unter den Erwachsenen ist bestens. Denn die Grundsteinlegung zieht einen Schlussstrich unter eine jahrelange und stürmische Diskussion über Kosten und Notwendigkeit des Projekts (siehe Infokasten). Schulleiterin Kirsten Koppelmann freut sich auf die Zukunft. „Die beengten Raumverhältnisse für die Verwaltung werden beendet, und den Schülern werden durch den Neubau des Naturwissenschaftszentrums optimale Unterrichtsbedingungen geboten.“

Bis Ende des Jahres werden Lehrer und Schüler noch mit Baulärm leben müssen. Dann soll die Erweiterung der Gemeinschaftsschule abgeschlossen sein. Für rund 4,6 Millionen Euro entstehen im Neubau auf 1350 Quadratmetern drei Naturwissenschaftsräume mit den dazugehörenden Vorbereitungs- und Sammlungsräumen, ein Klassenraum sowie das Lehrerzimmer und ein Lehrerarbeitsraum. Hinzu kommen Verwaltungsräume, ein Lehrküchenbereich, ein Krankenzimmer und zentrale WC-Anlagen.

„Hier entsteht die größte Hochbaumaßnahme der Stadt in diesem Jahr“, sagt der Bürgermeister in der Feierstunde nach der Grundsteinlegung. Bei heißer Suppe wärmen sich im benachbarten Europaforum Politiker, Rathaus-Mitarbeiter, Ingenieure, Vertreter der Baufirmen, Eltern und Lehrer auf. Der Schulchor singt: „Ein Hoch auf das, was vor uns liegt.“ Und Pierre Gilgenast erinnert in seiner Rede an die Vergangenheit der traditionsreichen Schule. So seien schon im Jahr 1897 Bauarbeiten notwendig gewesen. In der Chronik werde nämlich berichtet, dass seinerzeit Bretterwände ausgetauscht werden mussten. Dadurch sollte der „unerträgliche Luftzug“ beseitigt werden. Die Herbststürme bereiteten größte Probleme. Der Druck durch den Westwind war so groß, dass es vor allem die kleineren Schüler nicht mehr schafften, die Türen zu öffnen.

Infokasten

Vorgeschichte des Neubaus

> Über die neuen Fachräume an der Schule Altstadt wurde über acht Jahre lang diskutiert. Die Pläne wurden zwar stets als dringlich angesehen, in den Haushaltsberatungen aber immer wieder zugunsten anderer Schulinvestitionen zurückgestellt.

> Weil die Situation unter anderem in den Containern als Ausweichlösung unhaltbar wurde, beschlossen die Mitglieder der Ratsversammlung im Jahr 2013 einen Neubau für 3,7 Millionen Euro. Erste Räume wurden abgerissen.

> Doch der Finanzausschuss stoppte Ende November 2013 überraschend das Projekt. Grund: Die Kostensteigerung um 20 Prozent auf 4,6 Millionen Euro. Sparvorschläge sollten geprüft werden.

> Der Baustopp löste eine hitzige Debatte aus. Am Ende zeigte der öffentliche Druck Wirkung: Der Neubau wurde 2014 endgültig genehmigt. Die Vorarbeiten wurden fortgesetzt. Wegen des Umfangs werden die 4,6    Millionen Euro verteilt auf mehrere Haushaltsjahre. Für dieses Jahr sind dafür 2,3 Millionen Euro eingeplant.

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