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Ruhestand : Abschied von „spannenden Zeiten“

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Karl-Heinz Rath geht als Leiter der Fockbeker Bergschule in den Ruhestand. Künftig hat er mehr Zeit für Musik und die Familie.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 06:00 Uhr

„Spannende Zeiten“ prophezeite der damalige Realschulleiter Karl-Heinz Rath Anfang 2008, als der Zusammenschluss der Schularten bevorstand. Insgesamt blickt Rath auf ein Dutzend Jahre als Chef der heutigen Grund- und Gemeinschaftsschule zurück. Zum Monatsende geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Er übergibt die Einrichtung „mit mindestens einem weinenden Auge, aber auch mit Stolz.“

Zur Fockbeker Realschule, die er nach dessen 20-jähriger Tätigkeit 2001 von Helmut Göing übernahm, kam Rath 2001 von der Gudewerdt-Realschule in Eckernförde. Anfangs war er für 620 Schüler, nach der Fusion für 1000 Kinder und Jugendliche verantwortlich. Heute besuchen die Bergschule, die seit drei Jahren offiziell den Namen trägt, inklusive Standort Nübbel 700 Schüler. Er führt ein Kollegium mit 51 Lehr- und vier Förderschullehrkräften.

Völlig neue Aufgaben mit Verwaltungsarbeit, Schulentwicklungs- und Personalplanung kamen auf Rath mit der Übernahme der Leitung der Realschule zu. Durch die Schulgesetzänderung sei deren Umfang noch einmal vervielfacht worden. Dabei sei es gelungen, aus zwei Kollegien ein Team mit guter Atmosphäre zu formen.

Der Tag läuft bei aller vorausschauenden Planung immer anders als vorhergesehen ab, „weil Schule Leben ist“, schildert Rath seine Erfahrungen. Gehandelt werden müsse etwa, wenn ein Lehrer, der zunächst zwei Tage krank war, sich langfristig abmelde. Dann müsse statt der Lösung mit Bordmitteln ein Ersatz von außerhalb geholt werden. Unvorhersehbar seien auch Hilferufe ratloser Eltern, deren Kind plötzlich den Schulbesuch verweigere. In solchen Fällen werde manchmal monatelang interveniert. Trotz aller Überraschungen habe der Schulalltag zu funktionieren.

Rund drei Millionen Euro hat die Gemeinde als Schulträgerin während der „Ära Rath“ in den Gebäudekomplex am Friedhofsweg investiert. In dieser Zeit entstanden nach einem Übergang mit Klassenräumen in Containern der große Verwaltungstrakt, die Mensa und Fachräume; die Mehrzweckhalle wurde renoviert.

Angesichts weiterer Schulgesetzänderungen und dem damit einhergehenden Wegfall der Regionalschulen gelte es jetzt, sich gegenüber der Konkurrenz als attraktive Gemeinschaftsschule zu präsentieren, blickt der scheidende Schulleiter in die Zukunft. Doch da ist es Karl-Heinz Rath um die Bergschule nicht bange. Räumlich sei sie mit sehr guten Möglichkeiten für die Naturwissenschaften, drei Computerräumen und zwei Sporthallen hervorragend aufgestellt. Das Sportprofil ermöglicht den Schülern neben fünf Wochenstunden in diesem Fach weitere sportliche Veranstaltungen außerhalb des Stundenplans. Im ästhetischen Profil werden Kunst, Musik und darstellerisches Spiel stark gefördert. Von sich reden macht Raths Schule auch durch den Wahlpfllichtunterricht in der Berufsorientierung, in dem die Kinder ihre Geschäftsideen entwickeln können.

Was hat Karl-Heinz Rath sich für die Zeit vorgenommen, in der er „nicht mehr zur Schule muss“? Zunächst einmal will er sich ehrenamtlich engagieren, hat sich im Dezember dem Weißen Ring seines Namensvetters Uwe Rath angeschlossen. Ansonsten will der in Osterby Lebende sich seinen Hobbys widmen: Er hat sich ein neues Tenorsaxophon gekauft, nimmt ab Februar Unterricht, möchte vielleicht auch einmal in einer Band spielen und auf jeden Fall Jazz-Festivals bereisen. Auch das Segeln wird im Ruhestand wieder häufiger auf dem Stundenplan stehen Und schließlich sollen die Familie, Ehefrau Ulla Bruhn-Rath, drei Töchter und die Enkelin mehr von ihrem Mann, Vater und Opa haben.

Zwei Männer und eine Frau haben sich um den Posten des neuen Schulleiters beworben. Am 28. Januar tagt der 20-köpfige Wahlausschuss Bis der Nachfolger am 1. August sein Amt antritt, wird die Bergschule kommissarisch von Raths Stellvertreter Gerhard Saß geführt.


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