Aktionstag : Abschied von Klischees

Einblick in die Hausarbeit: Im „Trainingscamp“ erfahren die  jungen  „Küchenbullen“,  wie Wäsche aufgehängt wird.
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Einblick in die Hausarbeit: Im „Trainingscamp“ erfahren die jungen „Küchenbullen“, wie Wäsche aufgehängt wird.

Jungen schrauben gern an Autos, Mädchen werden Verkäuferin oder Friseurin. Bei den Wunschberufen sind die Geschlechter noch sehr eingefahren. Der „Girl’s and Boy’s Day“ will hier den engen Blickwinkel weiten.

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19. März 2014, 06:00 Uhr

Jungen werden Handwerker, Mädchen Verkäuferin oder Friseurin. Doch: Es gibt sie noch – die althergebrachten Klischees von typisch „männlichen“ oder „weiblichen“ Berufen. Um diese angestaubten Rollenbilder endgültig zu durchbrechen, wurde 2001 bundesweit der alljährliche „Girl’s Day“ ins Leben gerufen, der mittlerweile einen zeitgemäßeren Namen trägt: „Girl’s and Boy’s Day“.

„Mitmachen lohnt sich“, verspricht Corinna Schmidt. Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Arbeitsagentur Neumünster, die auch für den Kreis Rendsburg-Eckernförde zuständig ist, zieht eine positive Bilanz: „Viele junge Frauen haben durch den Girl’s Day eine Ausbildung oder einen Studiengang in ihrem Traumberuf gefunden.“

Am Donnerstag, 27. März, folgt der nächste „Arbeitstag“, der ganz im Zeichen der Vielfalt steht. Unternehmen und Behörden laden Schüler der Klassen 5 bis 10 zu Kurzpraktika ein. Das Ziel: Mädchen sollen Einblicke in technische, naturwissenschaftliche und handwerkliche Berufe erhalten. Und junge Männer erkunden die Arbeit in sozialen oder hauswirtschaftlichen Bereichen.

Ursprünglich kommt die Idee aus den Vereinigten Staaten, wo Mädchen ihre Väter für einen Tag im Job begleiten. Das ist auch bei uns Sinn der Sache. Doch wo das nicht möglich ist, etwa weil der Chef das nicht erlaubt, öffnen Unternehmen für mehrere Mädchen ihre Türen. Seit 2009 gibt es auch den Boy’s Day. Denn Jungen sind in den „typisch weiblichen“ Berufen wie etwa unter Erziehern wenig vertreten – und das soll sich ändern.

Organisiert wird das Ganze inzwischen online. Auf den Seiten www.girls-day.de und www.boys-day.de sind alle Aktionen und Informationen gesammelt. Hier können Unternehmen, Schulen und Organisationen ihre Angebote veröffentlichen. Und die Jugendlichen finden hier die Auswahl in ihrer Region. So werden zum Beispiel noch freie Plätze angezeigt für das Programm „Technik begeistert!“ im Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal (BBZ) in Rendsburg. Und auch bei dem Luftwaffengeschwader 51 auf dem Fliegerhorst in Jagel und bei dem Lufttransportgeschwader 63 in Alt Duvenstedt haben die Girls noch die Gelegenheit, sich zu Schnupperstunden bei der Bundeswehr anzumelden.

Die Jungen dagegen werden von den Landfrauen betreut. Wie in den Vorjahren lädt der Verband in verschiedenen Kreisen und Gemeinden zu einem „Küchenbullen“-Training ein. Die Schüler der 6. Klasse der Regionalschule Owschlag werden zum Beispiel von Hauswirtschaftsmeisterin Frauke Thode aus Groß Wittensee in die Geheimnisse des Haushalts eingewiesen. Es soll gekocht, geputzt und genäht werden. Kurz: Die Weichen für den Rollentausch am Aktionstag sind gestellt: Jungs ans Dampfbügeleisen, Mädels an die Schweißbank.

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