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Landeszeitung

22. August 2017 | 20:27 Uhr

Absage an eine Tunnel-Freigabe

vom

Diskussionsrunde im Kreishaus: "Es gibt keine Alternativen" / Tunnel wird wegen Fahrbahnerneuerung zwei Nächte komplett gesperrt

Rendsburg | Zu den gegenwärtigen Umleitungen wegen der Sanierung der Rader Hochbrücke gibt es keine wirklichen Alternativen. Das verdeutlichte gestern eine mehr als zweistündige Fragerunde im Rendsburger Kreishaus. Die Premiere für den Regionalentwicklungsausschuss des Kreistages wurde zum Forum für die durch den Verkehrsinfarkt betroffenen Kommunen.

Frank Nägele, Staatssekretär im Verkehrsministerium, erklärte, dass für die Arbeiten an der Autobahnbrücke voraussichtlich nicht die angesetzten vier Monate ausgeschöpft werden müssten. Aber die Hoffnung, dass der Kanaltunnel für eine Entlastung der genutzt werden könnte, ließ sich nicht erhärten - und das stieß insbesondere bei den Kommunalpolitikern aus dem Wirtschaftsraum Rendsburg auf Kritik. Die Folge der schnellen Tunnelfreigabe wäre ein Verlängerung der Gesamtbauzeit im maroden Kanaltunnel um sechs bis acht Monate, wie Karsten Thode vom Wasser- und Schifffahrtsamt erklärte. "Das bedeutet eine Vollbremsung für die Arbeiten mit Abräumen der Baustelle." Das würde vier Wochen dauern. Die Kosten für die gesamte Aktion schätzte Thode auf mindestens vier Millionen Euro. Der Abschluss der Sanierung des 50 Jahre alten Kanaltunnels hatte sich schon mehrfach verschoben und ist zurzeit auf 2015 terminiert.

Abgesehen davon machen sich die Folgen der Tunnelnutzung durch den Schwerlastverkehr schon jetzt bemerkbar. Die Fahrbahndecke leidet und muss ersetzt werden. Dafür wird die jetzt noch offene Weströhre demnächst für zwei Nächte komplett gesperrt. Einen Termin für diese Arbeiten gibt es noch nicht.

Heute ist Nägele bei Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast zu Gast. Dieser formulierte schon vorab einige Forderungen und Sorgen: "Unter der Verkehrssituation leiden unsere Speditionen, Handwerksbetriebe und auch die Familien, die vor dem Tunnel im Stau stehen oder an den Strecken wohnen, die neuerdings von Schwerlastverkehr genutzt werden." Eine Abmilderung des Problems verspricht sich Gilgenast von einer besseren Beschilderung, die den Verkehrsstrom weit von Brücke und Tunnel fernhält. "Die Informationen müssen in mehreren Sprachen auch über das Radio verbreitet werden", so Gilgenast.

Keine Lösung sieht der Bürgermeister bisher für die Zeit der Norla, wenn innerhalb von vier Tagen mehr als 70 000 Besucher und über 500 Aussteller das Messegelände ansteuern. "Wie wir mit diesem Besucherandrang bei überlastetem Tunnel und teilgesperrter Brücke umgehen sollen, wird Gesprächsthema beim Besuch des Staatssekretärs sein", kündigte Gilgenast an.

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erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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