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Nindorf : Ab morgen im Verkauf: Wasser aus Nindorf

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In Nindorf gibt es die einzige artesische Quelle in Norddeutschland. Das Einweihungsfest ist für den 7. Mai geplant.

Ein „Leuchtturm-Projekt“ steht kurz vor seiner Vollendung: Am 7. Mai soll das Quellwasser-Abfüllgebäude der Hohenwestedter Werkstatt in Nindorf offiziell eingeweiht werden. Schon morgen startet der Verkauf des „gut2“-Quellwassers im Edeka-Markt von Volker Bünning in Hohenwestedt.

1884 wurde auf der Eggewiese am Rande von Nindorf nach Erdöl gebohrt. Statt des erhofften schwarzen Goldes sprudelte aber etwas anderes: reines Quellwasser, das wie in der nordfranzösischen Grafschaft Artois allein durch den Druck des Grundwassers zu Tage trat und das man in Anlehnung an Artois „artesisch“ nennt. „Artesisches Wasser – auch lebendiges Wasser genannt – entspringt aus abgeschlossenen Gesteinskammern und hat häufig mehrere hundert Jahre lang keinerlei Kontakt zur Luft und zu Umweltgiften gehabt“, weiß der Leiter der Hohenwestedter Werkstatt, Björn Ott, „dies Wasser gilt als sehr rein und mineralreich, und viele Naturwissenschaftler, Ärzte und Experten schreiben dem artesischen Wasser eine gesundheitsfördernde Wirkung zu – in Süddeutschland gibt es zwei solche Quellen, aber in Norddeutschland sind wir einmalig.“

Von 1913 bis 1972 diente die Nindorfer Quelle zur Wasserversorgung der Nachbargemeinde Remmels. Björn Otts Amtsvorgänger Bernd Ramm und der Eggewiesen-Eigentümer Hans-Detlef Häufle schmiedeten ab dem Jahr 2000 den Plan, das Wasser der „Kimberquelle“ zu vermarkten. 2011 wurde das geplante Quellwasser-Abfüllhaus der Hohenwestedter Werkstatt vom Landesbeirat der Aktivregionen zum „Leuchtturm-Projekt“ gekürt. Eine Einstufung, die das Sprudeln von Fördermitteln ermöglichte: 270  000 Euro aus dem Europäischen Landschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Bei der Grundsteinlegung des 800  000-Euro-Projekts am 27. August 2013 wurde auch eine aktuelle Landeszeitung mit im Fundament eingemauert. Am 27. Februar 2014 verkündete Bernd Ramm in der Landeszeitung, dass der geplante Einweihungstermin im Mai 2014 nicht zu halten sei und auf Anfang Juli 2014 verschoben werden müsse. Aber auch dieser Zeitplan sei viel „zu sportlich“ gewesen, vermerkt Ramms Nachfolger Ott: „Wir machen so etwas ja nicht jeden Tag; es gab einige Probleme zu umschiffen – vor allem brauchte es seine Zeit, um die Filteranlage richtig einzufahren.“

Nun ist es soweit. Seit drei Monaten läuft die Abfüllstation bereits im Testbetrieb und versorgt die Hohenwestedter Werkstatt mit dem Quellwasser, das mit dem Slogan „gut2 – Gutes trinken. Gutes tun.“ vermarktet wird. Am 7. Mai soll die offizielle Einweihung mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert werden.

„Dieses Projekt zeigt die Vielfalt unseres Amtes, in dem auch kleine Gemeinden etwas Besonderes zu bieten haben“, sagte Amtsdirektor Stefan Landt beim Quellwasser-Geschmackstest. „Auch in Hinblick auf den Fremdenverkehr ist das ein ganz wichtiges Projekt für unsere Gemeinde“, meinte Nindorfs Bürgermeister Jens Rohwer. Der Verkauf des „gut 2“-Wassers startet morgen im Edeka-Markt in Hohenwestedt. „Weitere Verkaufsstellen werden dazukommen“, kündigt Ott an, „wir sind zwar mit 50  000 Litern pro Jahr nur ein kleiner Produzent, aber wir haben ein tolles Produkt!“

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