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Nord-Ostsee-Kanal : Ab Freitag pendelt die Ersatzfähre zwischen Rendsburg und Osterrönfeld

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die „Falckenstein“ soll eingesetzt werden, bis der defekte Aufzug im Fußgängertunnel repariert ist.

von
erstellt am 02.Aug.2017 | 11:34 Uhr

Die „Falckenstein“ soll ab Freitag als Ersatzfähre auf dem Nord-Ostsee-Kanal zwischen Rendsburg und Osterrönfeld pendeln. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau will das Schlepp- und Fahrgastschiff so lange einsetzen, bis ein defekter Aufzug im Fußgängertunnel unter dem Gewässer wieder in Betrieb genommen wird. Sprecher Matthias Visser rechnet damit, dass die Reparaturarbeiten bis in die nächste Woche hinein dauern.

Die Fähre soll täglich acht Stunden lang nach Bedarf zwischen dem Rendsburger Kreishafen und einem Anleger neben dem Schwerlasthafen in Osterrönfeld übersetzen – auch am Wochenende. Das Personal wird das jeweils gegenüberliegende Ufer im Blick behalten. „Wenn jemand gesehen wird, wird er abgeholt“, sagte Visser. Nach diesem Prinzip laufe der Fährverkehr am gesamten Nord-Ostsee-Kanal. Zu welchen Uhrzeiten die „Falckenstein“ morgens ein- und abends ausgesetzt wird, will Visser heute zusammen mit dem Rendsburger Bürgermeister Pierre Gilgenast und dessen Osterrönfelder Kollegen Bernd Sienknecht festlegen. Sie werten dazu die Statistik früherer Einsätze der Fähre in Rendsburg aus.

Seit die Schwebefähre unter der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke am 8. Januar 2016 mit einem Frachter kollidierte und ausfiel, kam die „Falckenstein“ immer wieder zum Einsatz. Zuletzt pendelte sie vom 24. April bis 2. Juni zwischen dem Rendsburger Kreishafen und einem Anleger neben dem Schwerlasthafen in Osterrönfeld. Da im Durchschnitt aber nur 166 Passagiere pro Tag den kostenlosen Dienst nutzten, wurde er eingestellt.

Damals fuhr die Fähre zwischen 7 und 15 Uhr im Viertelstundentakt nach dem Fahrplan der Schwebefähre, 65-mal pro Tag. „Das war ein Schuss nach hinten. Sie fuhr die meiste Zeit leer“, berichtete Visser. Deshalb soll sie den Kanal bei diesem Einsatz nur nach Bedarf queren.

Wenn das WSA die Fähre länger als acht Stunden pro Tag einsetzen wollte, müsste es zwei Personalschichten mit insgesamt 16 Stunden zahlen. Die Arbeitsgruppe Ersatzfähre mit Vertretern der Kommunen Osterrönfeld und Rendsburg sowie der Kreisverwaltung einigte sich daher auf den achtstündigen Einsatz. Außerhalb der Fährzeiten können Rollstuhlfahrer, Passanten mit Kinderwagen und Radfahrer mit viel Gepäck den Tunnelleitstand unter Telefon 043 31/59  40 anrufen und ein Taxi bestellen. Es bringt sie auf Amtskosten von der einen zur anderen Tunnelseite.

Visser ordert das Schiff bei der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel, die es nicht vor Freitag bereitstellen kann. Das WSA zahlt für die Anfahrt aus Kiel samt Rückfahrt 3000 Euro und pro Tag in Rendsburg 2200 Euro. Für die Kommunen ist der Service kostenlos.

Wie berichtet, fiel der Aufzug auf Westerrönfelder Seite vor elf Tagen aus. Die beauftragte Fachfirma wollte ihn bis gestern instand setzen, brauchte aber mehr Zeit. Passanten können den Tunnel auf der südlichen Seite zurzeit nur mit Hilfe einer Rolltreppe verlassen. WSA-Mitarbeiter helfen ihnen zwar und rufen bei Bedarf ein Taxi. Das reicht Visser angesichts der Verzögerungen aber nicht. „Wir können die Leute nicht allein lassen. Wir halten unser Versprechen ein: Wenn es zu Problemen am Fußgängertunnel kommt, setzen wir die Ersatzfähre wieder ein.“

Wie berichtet, hat das WSA den Neubau der Schwebefähre ausgeschrieben. Es sammelt zurzeit Angebote. Der Neubau soll voraussichtlich nicht vor Ende 2019 in Betrieb genommen werden.

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