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B77 und Alternativen : A7-Ausbau: Die Wege der Laster durch SH

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Am Montag beginnt der Ausbau der A7. Bei der Sperrung der Rader Hochbrücke war die Bundesstraße 77 bei Lkw-Fahrern beliebt - und ständig verstopft. Wirtschaftsexperten vermuten: Dieses Mal nehmen sie andere Wege.

Eckernförde | Wenn ab kommendem Montag der große Ausbau der Autobahn 7 beginnt und das Land in den nächsten zehn Jahren im Griff behält, kommt der Kreis Rendsburg-Eckernförde wohl um das befürchtete Verkehrschaos herum. So ist zumindest die Einschätzung der Verkehrsexperten. Für mehr Aufmerksamkeit sorgte jedoch die Bestätigung des Landesverkehrsministers Reinhard Meyer (SPD) vom vergangenen Dienstag, dass die Rader Hochbrücke tatsächlich nur noch zwölf Jahre halten soll.

Die Bauarbeiten beginnen am Montag mit der Langenfelder Brücke auf Hamburger Stadtgebiet. Mitte Juni erfolgt ein offizieller Spatenstich, bevor es im Herbst auch zwischen dem Bordesholmer Dreieck und Hamburg ernst wird. Die 65 Kilometer lange Autobahnstrecke wird in Abschnitten von zwölf Kilometern Länge um eine Spur verbreitert. Um den befürchteten Dauerstillstand von vorn herein zu umgehen, suchen insbesondere Fuhrunternehmer andere Wege nach Süden.

Die während der Sperrung der Rader Hochbrücke so stark beanspruchte Bundesstraße 77 zwischen Rendsburg und Itzehoe haben sie dabei offenbar nicht im Visier. Sie böte immerhin die Möglichkeit, Hamburg per Elbquerung über die Fähre bei Glückstadt zu umgehen. „Das ist für uns nicht realistisch. Die Strecke rentiert sich zeitlich nicht“, sagt Andreas Albrecht, Speditionsleiter bei „17111 Transit, Transport und Logistik“. Auch der Weg über die A23 sei keine Alternative, dort seien die Fahrzeiten durch Staus noch länger. Im Fernverkehr starten täglich 70 Laster vom Betriebshof in Osterrönfeld. Die Strecke nach Glückstadt dauere bis zu zwei Stunden. Das Unternehmen plane mit der Ausweichstrecke über die B430 bei Neumünster und über die A21 und die A1 nach Hamburg. Dort befinde sich zwar auch eine Baustelle, doch die größten Probleme fangen Albrecht zufolge ohnehin hinter dem Elbtunnel an. Auf dem Weg zum Zentralhub des Unternehmens in Niederaula bei Fulda liegen sieben Baustellen, die ersten bei Waltershof und Heimfeld. Um Verzögerungen auszugleichen, werde das Unternehmen mit den großen Kunden gemeinsam nach Lösungen suchen, sagt der Speditionsleiter.

Auch Rainer Bock, Leiter der Zweigstelle Rendsburg der Industrie- und Handelskammer, rechnet nicht mit viel Zusatzverkehr auf der B77, um bei Glückstadt die Elbe zu queren: „Die Kapazitäten der Route reichen nicht“, sagt er. Die A7-Baustelle werde aber gut koordiniert, deshalb wolle er den Standort nicht mit zu viel Kritik schlecht reden.

So sieht das auch Pascal Ledune, Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft: „An der Baustelle ist zu sehen, dass sich hier etwas tut.“ Das Thema Nummer 1 sei ohnehin die Rader Hochbrücke, seitdem auch der Verkehrsminister von nur noch zwölf Jahren Betriebsdauer ausgehe. Nun müsse in Berlin klar werden, dass das nicht nur ein Transitproblem sei, sondern ein kompletter Lebensraum abgeschnitten werden könne. Ob eine Querung mit oder ohne Schienen geplant werde: „Hauptsache, es geht schnell.“ Zudem müsse die Rader Brücke bis zu ihrem Ende für 81-Tonnen-Schwerlaster geöffnet bleiben.

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erstellt am 02.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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