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Handball : A-Jugend abgemeldet: Owschlag zieht Notbremse

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der TSV Owschlag musste wegen Spielermangels seine weibliche Jugend A aus der Handball-Oberliga abmelden. Damit ist der TSV erstmals seit vielen Jahren nicht mehr in einer der höchsten Spielklassen vertreten.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Selbst Jens Meves weiß nicht, wie lange die A-Jugendhandballerinnen des TSV Owschlag Stammgast in den höchsten Ligen auf Landes- und Regionalebene waren. Waren – denn 14 Tage vor Beginn der Saison 2014/15 hat der TSV seinen Unterbau für die erste Frauenmannschaft mangels Spielerinnen abmelden müssen. „Wie haben ewig lange immer in den höchsten Klassen gespielt. Diese Entwicklung zu sehen, tut sehr weh“, sagt Meves, der sich jahrelang intensiv um den weiblichen Nachwuchs beim TSV gekümmert hat und dessen Name eng mit den Erfolgen der Vergangenheit verknüpft ist. Doch nach Meves’ Worten sei dieser Schritt „alternativlos“ gewesen. „Es ging einfach nicht mehr. Einige Spielerinnen haben kurzfristig in den Sack gehauen. Mit dem Rest hätten wir keine spielfähige Mannschaft gehabt. Wir mussten die Notbremse ziehen.“

In den vergangenen Wochen deutete sich diese Entwicklung bereits an. So sprang Timo Pfeifenberger, der ursprünglich die A-Jugend und die zweite Frauen-Mannschaft in der Landesliga trainieren sollte, frühzeitig ab. „Timo Pfeifenberger hatte wohl nicht so richtig den Draht zu den Spielerinnen. Irgendwie klappte es nicht so richtig, deshalb haben wir uns im Juni einvernehmlich getrennt“, berichtet der 2. Vorsitzende Jens Stolley. Für Pfeifenberger, der öfter die mangelnde Leistungsbereitschaft einiger Spielerinnen beklagt hatte, konnten die Owschlager Klemens Propf, der schon als Torwarttrainer beim TSV tätig gewesen ist, kurzfristig gewinnen. Doch auch unter dem neuen Coach entspannte sich die Situation nicht, hinzu kamen personelle Probleme. „Wir hatten ohnehin nur einen begrenzten Kader, der durch Spielerinnen des älteren Jahrgangs der B-Jugend aufgefüllt werden sollte“, erklärt Stolley.

Dieses Procedere ist beim TSV Owschlag Gang und Gäbe, um die jungen Spielerinnen schon frühzeitig an den Leistungshandbnall heranzuführen. Doch ein Teil der A-Jugendlichen war nicht damit einverstanden, die Mannschaft durch B-Jugendliche aufzufüllen. „Es konnte leider kein Kompromiss gefunden werden. Einige A-Jugendspielerinnen wollten nicht unter diesen Bedingungen weiter machen und haben uns verlassen. Uns wäre nur die Möglichkeit geblieben, auch noch die jüngeren B-Spielerinnen in der A-Jugend einzusetzen, um so überhaupt eine Mannschaft voll zu bekommen“, sagt Stolley. Doch die Verantwortlichen beim TSV wollten ihren Nachwuchs nicht verheizen. Stolley: „Die Spielerinnen wären mit der Aufgabe überfordert gewesen und hätten die Lust am Handball verloren.“ So blieb den Owschlagern keine andere Möglichkeit, als die A-Jugend aus der Oberliga zurückzuziehen. „Außer, dass wir in dieser Saison keine A-Jugend haben und einige Spielerinnen gegangen sind, hat es keine weiteren Auswirkungen für uns. Die Spielerinnen des älteren Jahrgangs, die ohnehin bei den Frauen eingesetzt werden sollten, sind alle geblieben“, berichtet Klemens Propf. Der neue Coach sieht sogar einen kleinen Vorteil: „So sind die älteren B-Jugendlichen, die in der SH-Liga spielen, jetzt keiner Doppelbelastung ausgesetzt.“

Und auch Jens Meves nimmt die Situation gelassen hin. „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Jetzt kann man sich auf die konzentrieren, die leistungsbereit sind und richtig Lust auf Handball haben.“ Denn allzu lange soll es nicht dauern, bis der TSV Owschlag wieder Stammgast in den höheren Ligen ist.

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