Ablösung für Fluthelfer : Rendsburg-Eckernförde schickt 80 frische Feuerwehrleute nach Rheinland-Pfalz

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Am Sonnabend gegen 22 Uhr bestiegen die Hilfskräfte der ersten Bus, der sie ins Katastrophengebiet brachte. Die Einsatzfahrzeuge befinden sich bereits dort.
Am Sonnabend gegen 22 Uhr bestiegen die Hilfskräfte der ersten Bus, der sie ins Katastrophengebiet brachte. Die Einsatzfahrzeuge befinden sich bereits dort.

Am späten Sonnabend wurde die Katastrophenbereitschaft von Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer verabschiedet. Dieser dankte nicht nur den Helfern selbst, sondern auch ihren Arbeitgebern.

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25. Juli 2021, 13:18 Uhr

Büdelsdorf | 80 Männer und Frauen aus 22 Feuerwehren im Kreis Rendsburg-Eckernförde haben sich am späten Sonnabend auf die 560 Kilometer lange Fahrt in das Überschwemmungsgebiet in Rheinland-Pfalz gemacht.

Einer von 80: Michael Böhm (51), Büdelsdorf.
Horst Becker
Einer von 80: Michael Böhm (51), Büdelsdorf.

Die Helfer lösen die Kameradinnen und Kameraden ab, die dort seit Dienstag Hilfe leisteten.

Sie werden unter Umständen auch Tote bergen müssen. Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer

„Auf sie wartet ein gefährlicher und schwieriger Einsatz. Sie werden unter Umständen auch Tote bergen müssen“, sagte der Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer bei der Verabschiedung an der Büdelsdorfer Feuerwache.

Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer vor der angetretenen Katastrophenbereitschaft des Kreises.
Horst Becker
Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer vor der angetretenen Katastrophenbereitschaft des Kreises.

Er dankte den Freiwilligen für ihre Bereitschaft, aber auch deren Arbeitgebern für die kurzfristige Freistellung.

Eigener Rettungsdienst fehlt – Kritik des Kreiswehrführers

Der Kreiswehrführer Mathias Schütte forderte die Helfer auf, an die eigene Sicherheit zu denken. „Selbstschutz ist das A und O“, machte er deutlich.

Eine von 80: Lea-Sophie Behrens (28), Schacht-Audorf.
Horst Becker
Eine von 80: Lea-Sophie Behrens (28), Schacht-Audorf.

Schütte kritisierte das Land dafür, keinen eigenen Rettungsdienst für den Einsatz mitzuschicken.

Einer von 80: Frank-Andreas Greggersen (52), Gettorf.
Horst Becker
Einer von 80: Frank-Andreas Greggersen (52), Gettorf.

„Wenn den Einsatzkräften etwas zustößt, können die örtlichen Rettungsdienste wegen der Straßenzustände manchmal nicht oder nur verspätet eingreifen“, gab er zu bedenken.

Gerrit Hilburger, Wehrführer der Feuerwehr Rendsburg, leitet die 80-köpfige Hilfsmannschaft.
Horst Becker
Gerrit Hilburger, Wehrführer der Feuerwehr Rendsburg, leitet die 80-köpfige Hilfsmannschaft.

Weiterlesen: So wurde die erste Katastrophenbereitschaft auf den Weg geschickt

Timo Koll, Wehrführer in Jevenstedt, geht äußerst motiviert in den Einsatz. „Es ist wie im Fußball: Wenn man lange gut trainiert hat, will man auch zeigen, was man leisten kann“, meinte der 45-Jährige.

Einer von 80: Thorsten Schrader (51), Osterrönfeld.
Horst Becker
Einer von 80: Thorsten Schrader (51), Osterrönfeld.

Auch interessant: Die schockierenden Eindrücke der Feuerwehrleute im Flutgebiet

Am Sonntagmorgen um kurz nach 8 Uhr erreichten die beiden Busse mit den Rettungskräften den Bereitstellungsraum in Windhagen.

Eine von 80: Hanna Sell (30), Rendsburg.
Horst Becker
Eine von 80: Hanna Sell (30), Rendsburg.

„Danach gab es eine Einweisung durch die bisherigen Kräfte und eine Verteilung auf die umliegenden Dörfer“, teilte Kjell Schröder von der Kreisverwaltung mit.

Einer von 80: Timo Koll (45), Jevenstedt.
Horst Becker
Einer von 80: Timo Koll (45), Jevenstedt.

Für 12 Uhr ist die Rückreise der Einsatzkräfte geplant, die am Dienstag im Katastrophengebiet eintrafen. Die Ersatzkräfte sollen, so die aktuelle Planung, bis zum 30. Juli vor Ort bleiben.

Einer von 80: Sven Büll (43), Eckernförde.
Horst Becker
Einer von 80: Sven Büll (43), Eckernförde.
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