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Integration von Ausländern : 8,5 Prozent mit Wurzeln im Ausland

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Neue Analyse über die Integration der 23 000 Menschen mit Migrationshintergrund. In der Gruppe ist Anteil mit Abitur größer als unter Deutschen.

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2015 | 12:11 Uhr

Wie weit ist die Integration von Ausländern im Kreis Rendsburg-Eckernförde fortgeschritten? Antworten auf diese Frage soll eine Analyse vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises geben. Das mehr als 120 Seiten umfassende Werk enthält sowohl überraschende Ergebnisse als auch bekannte Wahrheiten. Es soll Politik und Verwaltung bei der Arbeit an einem Konzept zur künftigen Förderung der Integration helfen. Erstmals beschäftigt sich der Sozial- und Gesundheitsausschuss in der kommenden Woche damit.

Fast 23  000 Ausländer leben im Kreis Rendsburg-Eckernförde – das sind etwa 8,5 Prozent der Bevölkerung. Die weitaus größte Gruppe kommt aus Polen mit rund 4200 Menschen, gefolgt von Kasachen (3500) und Türken (2900), wie aus der „Analyse zum Integrationsstand der Menschen mit Migrationshintergrund im Kreis Rendsburg-Eckernförde“ klar wird. „Asylbewerber sind darin nicht berücksichtigt“, sagte Susanne Jeske-Paasch gestern bei der Vorstellung des Werks. „Integration kann erst beginnen, wenn die Menschen einen Aufenthaltsstatus haben, der es ihnen erlaubt, zu bleiben“, erklärte die Leiterin des Fachbereichs Soziales, Arbeit und Gesundheit. Deshalb konzentriert sich die Studie auf Ausländer ohne deutschen Pass und Deutsche mit Wurzeln im Ausland, dazu zählen zum Beispiel auch Spätaussiedler aus ehemaligen Ostblockstaaten. Laut Ulrich Kaminski (SPD), Vorsitzender des Sozial- und Gesundheitsausschusses, geht daraus hervor, dass etwa die Chancengleichheit von Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund sowie die Wohnraumversorgung gut sei. Schlecht hingegen schneiden männliche Migranten bei Bildungsabschlüssen ab, entsprechend hoch sei die Arbeitslosigkeit. Ein eher überraschendes Ergebnis: Unter den Ausländern ist der Anteil mit Abitur höher als unter den Deutschen. Demnach haben knapp 18 Prozent der Menschen ohne Migrationshintergrund den höchsten Schulabschluss erreicht, bei den Migranten sind es jedoch gut 23 Prozent. Andersherum befinden sich in dieser Gruppe zwölf Prozent, die gar keinen Abschluss haben, während es unter den Deutschen nur 2,5 Prozent sind.

Der Analyse hat die Diakonie Zensuszahlen von 2011 zugrunde gelegt. Weil es sich um Hochrechnungen handele, können die Daten nur Anhaltspunkte liefern, so Jeske-Paasch. Ihr zufolge ist die Analyse wichtig, weil die Gruppe der Migranten immer größer werde, auch durch die derzeitige Flüchtlingswelle. Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Thorsten Schulz (CDU) pflichtete bei: „Das ist die Kundschaft von morgen.“ Nun sei der Kreis gefordert, daraus Ziele abzuleiten. Der Sozial- und Gesundheitsausschuss berät darüber am Donnerstag, 25. Juni, um 17 Uhr im Sitzungssaal 2 des Kreishauses an der Kaiserstraße 8.

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