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Schnelle Bewerbung : 66 Absolventen bewarben sich wie am Fließband

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Beim Azubi-Speed-Dating lernten Arbeitgeber in Zehn-Minuten-Gesprächen potenzielle Lehrlinge kennen.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 11:07 Uhr

Wie stark der erste Eindruck wirken kann, zeigte sich jetzt beim ersten Azubi-Speed-Dating der Arbeitsagentur und des Jobcenters. Ohne vorherige Bewerbung hatten Schulabgänger Gelegenheit, sich in Zehn-Minuten-Gesprächen potenziellen Arbeitgebern vorzustellen – wie am Fließband. Nach vier Gesprächen war etwa Michael Mädge vom Autohaus Süverkrüp und Ahrendt bereits von zwei Bewerbern so beeindruckt, dass er sich deren Bewerbungsunterlagen geben ließ. Damit stiegen die Chancen dieser Bewerber auf die Lehrstelle des Kraftfahrzeug-Mechatronikers.

Zwölf Arbeitgeber aus dem Kreis trafen gestern im Jobcenter auf 66 Absolventen. „Für die Bewerber kommt es darauf an, die zehn Minuten richtig zu nutzen“, erklärte Börge Hamer, Leiter des Bereichs Markt und Integration beim Jobcenter Rendsburg-Eckernförde. Bei Michael Mädge haben das einige geschafft. „Ich bin den Bewerbern gegenüber unvoreingenommen, weil ich deren Unterlagen noch nicht kenne“, erklärte Mägde. Ob der Job-Aspirant darin ein unglücklich gewähltes Foto oder einen schlechten Notendurchschnitt vorweist, beeinflusst beim Speed-Dating also nicht. Es zählt ausschließlich die Persönlichkeit. „Ich finde heraus, ob der Bewerber einen Plan verfolgt, zielgerichtet lebt“, sagte Mägde. Bei Mathias Wernowski (21) war das offenbar der Fall: Er durfte seine Bewerbungsmappe hinterlassen und freut sich nun darauf, dass Mägde sich bald wegen eines Praktikums meldet. „Das hat sich gelohnt“, sagte Wernowski nach dem Gespräch. Seine bisherigen Bewerbungen nach konventionellem Muster waren fehlgeschlagen. Gestern hatte er jedoch noch ein zweites Gespräch mit einer Telekom-Vertreterin wegen einer Lehrstelle im Dialog-Management. Sinn des Speed-Datings sei es, auch bisher nicht gekannte Ausbildungsberufe kennen zu lernen, bestätigt Hagen Liedtke von der Arbeitsagentur. Ihm zufolge gebe es inzwischen keinen Bewerberüberhang mehr, deshalb haben Arbeitgeber Schwierigkeiten, die Lehrstellen zu besetzen. Die Anwaltskanzlei Spindelhirn und Partner etwa sucht seit Monaten einen Lehrling zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. „Wir hatten über 40 Bewerbungen vorliegen, doch alle, denen wir zugesagt hatten, haben sich entschieden, weiter zur Schule zu gehen“, beschrieb Büroleiterin Doris Carloff ein häufiges Problem der Arbeitgeber.

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