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Die Jugend hat gewählt : 43 Kreuze und ein einsames Herz

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

DLRG-Jugend-Vorsitzender Simon Landt spricht angesichts der niedrigen Beteiligung an der U18-Wahl von „ernüchternder Resonanz“.

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erstellt am 17.Sep.2013 | 13:00 Uhr

„Wir haben sogar eine Stimme für die Rentnerpartei“, stellt Simon Landt (18), Vorsitzender der DLRG-Jugend, erstaunt fest. Es ist Freitagabend, kurz nach 18 Uhr, und soeben hat das Rendsburger Wahllokal für die U18-Bundestagswahl im Vereinsheim der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft geschlossen. Jetzt werden die abgegebenen Stimmzettel ausgewertet.

Ausgerechnet am Freitag, dem 13. September, hatten alle jungen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland die Möglichkeit, an einer offiziellen Bundestagswahl für unter 18-Jährige teilzunehmen – mit den gleichen Umständen wie bei der Wahl für Erwachsene am kommenden Sonntag. Auch in Rendsburg konnte die Jugend aus der Region ihrer politischen Einstellung Nachdruck verleihen und somit Teil der national größten politischen Bildungsinitiative für Jugendliche werden.

Diese Gelegenheit haben unter anderem die 16-jährige Inken Beeck und der 15-jährige Lennart Schnödewind wahrgenommen. „Bevor ich hier meinen Stimmzettel ausgefüllt habe, habe ich mir hauptsächlich die Wahlplakate der Parteien angesehen. Aber auch die vielen Zeitungsartikel über die einzelnen Parteien haben mich interessiert“, meint Inken Beeck. Wenn alle Wahlberechtigten wählen gingen, könnte ihrer Überzeugung nach auch jeder einen Teil zu einer Veränderung beitragen. Auf die Frage, ob sie vorher bereits an einer U18-Wahl teilgenommen haben, antworten die beiden: „Noch nie. Aber jetzt wissen wir ja, wie das ist; deshalb würden wir als Erwachsene nun auf jeden Fall wählen gehen.“

Auch Pia Francke und Laura Hannig, beide 14 Jahre alt, war es wichtig, ihr Mitspracherecht in Form der Teilnahme an der U18-Wahl auszudrücken. „Wir haben von dieser Wahlmöglichkeit im Wirtschafts- und Politikunterricht erfahren“, erzählt Laura Hannig, Schülerin am Helene-Lange-Gymnasium.

Insgesamt gaben in Rendsburg am vergangenen Freitag 44 Kinder und Jugendliche einen Stimmzettel ab (davon ein ungültiger mit einem Herzen anstelle eines Kreuzes) – eine in Simon Landts Augen „ernüchternde Resonanz“. Die 43 gültigen Stimmen verteilten sich wie folgt: CDU/CSU 16; SPD 9; Bündnis 90/Die Grünen 7, Tierschutz 5; Die Linke 4; Piratenpartei 1; Rentnerpartei 1. Es gaben 26 Jungen und 15 Mädchen einen Wahlzettel ab; drei Wahlzettel waren ohne Geschlechtsangabe. Mit 19 Wählern zählen die 16-Jährigen zur zahlenmäßig größten Wählerschaft. Das Alter des jüngsten Wählers beträgt acht Jahre. Das gesamtdeutsche Endergebnis, an dem sich in der Bundesrepublik 176.676 junge Wähler beteiligten, kann auf www.u18.org eingesehen werden.

Landts Resümee : „Einzelne Leute zur Wahl zu bewegen, ist eher schwierig. Am besten wäre für die nächste U18-Wahl eine starke Zusammenarbeit mit den Rendsburger Schulen. So könnten zum Beispiel Schulklassen vormittags die Wahlzettel ausfüllen. Die Stimmzettel könnte jeder Lehrer nach Bedarf ausdrucken; sie stehen im Internet zur Verfügung.“ Erfreulicherweise habe es eine solche Kollektivwahl wenigstens in einer Klasse des 11. Jahrgangs der Herderschule gegeben. Das könne problemlos an jeder Schule gehandhabt werden. Schließlich sei der Organisationsaufwand für das U18-Wahllokal geringer gewesen als für alle anderen Veranstaltungen, welche die DLRG-Jugend organisiert.

 

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