zur Navigation springen

Test in Rendsburg : 42 Brunnenbesitzer wollen Klarheit über Wasserqualität

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im Labormobil testete ein Spezialist die Proben des Grundwassers auf Schadstoffe.

shz.de von
erstellt am 26.Jul.2017 | 11:42 Uhr

Wasser aus dem eigenen Brunnen ist eine gute Alternative zum kostbaren Leitungswasser. Doch Nitrate und Pestizide können die Qualität des Grundwassers verschmutzen – insbesondere in landwirtschaftlich genutzten Regionen. Ob das selbst geförderte Wasser davon betroffen ist, konnten Bürger aus der Region gestern erfahren: Auf dem Theatervorplatz machte ein rollendes Labor zur Wasseruntersuchung Station. Die Umweltschützer des „Vereins zum Schutz des Rheins und seiner Nebenflüsse“, kurz VSR-Gewässerschutz, boten zwischen 9 und 11 Uhr eine Analyse von Wasserproben aus Hausbrunnen an. 42 Bürger aus Rendsburg und Umgebung nutzten die Möglichkeit, die Qualität des von ihnen geförderten Wassers überprüfen zu lassen.

Herman Petersen hatte eine Probe aus seinem Brunnen mitgebracht, der hauptsächlich Oberflächenwasser fördert. „Ich bewässere damit das Gemüse in meinem Garten und versorge meine Hühner damit“ erklärte der Jevenstedter. Nun wollte er wissen, welche Qualität sein Wasser hat. „Ich möchte schließlich keine vergifteten Eier meiner Hühner essen, und vom Verzehr des selbst angebauten Gemüses soll auch keine Gesundheitsgefahr ausgehen“, nannte Petersen als Gründe für die Analyse seines Brunnenwassers.

„Die Proben auf Nitrat, Salzgehalt und ph-Wert mache ich hier vor Ort, die weitergehenden Analysen werden von einem Labor durchgeführt“, erklärte der Physiker Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz. Die Ergebnisse werden in drei Wochen mit der Post zugeschickt. Dazu gehört auch eine Bewertung, für welche Nutzung sich das Wasser eignet. Zudem werden mögliche Ursachen der Belastungen aufgezeigt und wie diese verringert werden können.

Gülzow wies darauf hin, dass die ermittelten Messwerte auch zum Erstellen von Studien verwendet werden. „Wir untersuchen Brunnenwasser, um Informationen über den aktuellen Zustand des Grundwassers zu erhalten. Je mehr Ergebnisse wir haben, umso besser können wir die regionalen Belastungen feststellen.“ Der Verein hat bundesweit 30 000 Mitglieder, deren Spenden auch Messfahrten an Flüssen und Bächen finanzieren. Darin liegen auch die Ursprünge des Vereins – die Brunnenproben kamen erst später hinzu. Zunächst war Mitte der 80er-Jahre die Verschmutzung von Flüssen wie dem Rhein Anlass zur Vereinsgründung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen