Rendsburg-Eckernförde : 400 000 Euro zu viel für Haaler Radweg

Todenbüttels Bürgermeister Otto Harders (links) und sein Haaler Amtskollege Bernd Holm gaben den neuen Radweg im August 2013 frei.
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Todenbüttels Bürgermeister Otto Harders (links) und sein Haaler Amtskollege Bernd Holm gaben den neuen Radweg im August 2013 frei.

Der Kreis hat für den Fahrradweg zwischen Haale und Todenbüttel 400.000 Euro mehr überwiesen als nötig.

shz.de von
12. Juni 2014, 14:29 Uhr

Der Fahrradweg an der Kreisstraße 21 zwischen Haale und Todenbüttel ist erst im vergangenen August eingeweiht worden, doch jetzt gibt es bereits Ärger. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat für die rund fünf Kilometer lange Strecke zu viel Geld überwiesen. Es geht um etwa 400 000 Euro, die die Baufirma offenbar behalten möchte.

Ende des vergangenen Jahres stellte das Unternehmen Beton- und Monierbau mit seiner Schlussrechnung die Summe von 2 034 000 Euro für den Bau des Radwegs fest. Bis zu dem Zeitpunkt hatte der Kreis in 14 Abschlagszahlungen bereits insgesamt 2 460 000 Euro überwiesen – also 426 000 Euro zu viel. „Es hat beim Bau allerlei Schwierigkeiten gegeben“, sagte Hans-Joachim Paulsen vom Kreisbauamt zur Landeszeitung. Unter anderem sei der Untergrund viel schlechter gewesen, als zunächst bei der Planung angenommen. Zudem habe es Unwetter gegeben, deren Auswirkungen nicht vorhersehbar gewesen waren. Auf diese Weise habe die Baufirma viele Maßnahmen nachträglich aufstellen müssen. „Bei den vielen Nachträgen ist wohl die Größenordnung verloren gegangen“, sagte Paulsen. „Das ist schon ungewöhnlich, kann aber vorkommen.“ Der für den gesamten Vorgang zuständige Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Rendsburg habe das zu viel gezahlte Geld nach der Prüfung zurückverlangt.

Aus einer Vorlage für die kommende Sitzung des Bauausschusses geht hervor, dass die Baufirma daraufhin eine korrigierte Fassung der Rechnung vorlegte. Darin waren nun weitere Querprofile aufgelistet, die verbaut wurden. Nun sollte der Kreis 2 077 000 Euro bezahlen. Auch das akzeptierte der Landesbetrieb, nachdem er die Rechnung geprüft hatte. Damit blieb jedoch noch immer ein Differenzbetrag von 383 000 Euro. Gegen die Rückzahlung dieser Summe verwahrt sich das Unternehmen noch immer und hat seinen Vorbehalt erklärt. Weshalb die Firma die Rückzahlung verschleppt ist unklar, da die durch die korrigierte Schlussrechnung vereinbarte Summe bereits gezahlt wurde.

Nun liegt der Vorgang in den Händen eine Verwaltungsebene höher beim Landesbetrieb in Kiel. Der kann bis Mitte Juli entscheiden, wie es weiter geht. Hans-Joachim Paulsen zeigte sich indes sicher, dass der Kreis sein Geld zurückbekommt.

Der Fachdienst Gebäudemanagement des Kreises unterrichtet den Umwelt- und Bauausschuss am Donnerstag, 19. Juni, darüber. In der öffentlichen Sitzung geht es nach einer Einwohnerfragestunde zudem die weitere Finanzierung von Radwegen. Zudem wird der Energiebericht und der Finanzbericht vorgestellt. Die Ausschussmitglieder beraten auch über den Prüfauftrag des Kreistages zum Thema Fracking und erhalten einen Bericht zum Zustand der Kreisstraßen. Das Treffen beginnt um 17 Uhr im Sitzungssaal 2 an der Kaiserstraße 8.

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