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Ellerdorf : 40 Bands beim Weltraum-Wilwarin

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

4500 Musik-Fans besuchten Festival in Ellerdorf. Veranstalter und Polizei zogen eine rundum positive Bilanz.

Die Hauptbühne verziert mit den Aliens des 1979 erschienen „Space Invaders“-Spiel, Überreste eines im Wald abgestürzten NASA-Raumschiffes oder Plakate mit Mr. Spock aus Star-Trek: Das diesjährige Wilwarin-Festival stand ganz unter dem Weltraum-Motto. Bei den Besucher kam die Kulisse gut an – 4500 Besucher feierten am Wochenende auf dem Gelände zwischen Ellerdorf, Alt Mühlendorf und Warder.

„Ist ja total abgefahren“, urteilte Timo Schröder über die Dekoration, „im wahrsten Sinne des Wortes.“ Bereits zum sechsten Mal nahm der Hamburger am Wilwarin-Festival teil, „und ich bin jedes Mal aufs Neue gespannt, was mich hier wohl erwartet.“ Ebenfalls begeistert zeigten sich die Geschwister Maria und Pablo Garcia von dem Motto. „Über ein paar Ecken hat unsere Mutter von diesem Festival erfahren und uns dann Karten zu Weihnachten geschenkt. Als wir dann das erste Mal Richtung Main-Stage gegangen sind und wir schon von Weitem die Aliens aus ‚Space Invaders‘ am Bühnenrand sahen, hat uns das total an unsere Kindheit erinnert“, berichteten die beiden, „als Kinder haben wir uns regelrecht gestritten, wer als nächstes spielen darf.“ Nun feierten die mittlerweile erwachsenen Geschwister gemeinsam – ganz friedlich und ohne Streit. „So ändern sich die Zeiten“, scherzte Pablo Garcia, während er ein gemeinsames Selfie mit seiner Schwester vor der Bühne machte.

Doch nicht nur die Weltraum-Atmosphäre war Grund für die gut gelaunten Besucher. Bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen wurde auf dem Campingplatz gegrillt, gespielt, gefeiert. Wer wollte, konnte ein paar Runden auf der Skate-Rampe drehen, die Angebote der Food-Trucks testen, eine Runde Bingo spielen oder sich mit anderen Gästen ein spannendes Fußballmatch liefern. Die große Hüpfburg lud nicht nur die jüngsten Festival-Besucher ein, und auch zu den Themen Drogen oder Safer-Sex konnte man sich an Info-Ständen informieren. Musikalisch war für jeden Geschmack etwas dabei. Insgesamt 40 Bands und 60 DJs spielten an zwei Tagen auf Main-Stage, Second Ground, Reggae-, Skate- und Electro-Stage. Die Rapperin „Sookee“, auch unter ihrem zweiten Pseudonym „Quing of Berlin“ bekannt, setzte sich am Freitagabend in ihren Songs für die Queer-Szene, gegen Homophobie, Rassismus und Sexismus ein. Und im Anschluss sorgten die Jungs von „Tequila & The Sunrise Gang“ mit punkiger Reagge/Ska-Musik für ausgelassene Tanzstimmung bis in die Nacht hinein.

Für Unterhaltung auf dem Campingplatz sorgte unter anderem auch die Maschine von Besucher Lennart Bruhn aus Hamburg. „Weil sie so klein ist“, brachte er seine Starflite aus dem Jahr 1977 mit. „Dann brauche ich nicht immer so lange, wenn ich Freunde auf der anderen Ecke des Platzes besuche“, begründete er seine Entscheidung. Weit kam er jedoch nicht: Alle paar Meter musste er anhalten, um anderen Besuchern das Mofa zu zeigen oder ein paar Runden damit drehen zu lassen. „Das ist schon ok“, fand der Hamburger, „so lernt man ja auch super neue Leute kennen.“

Nach einem langen Wochenende reisten die 4500 Besucher gestern ab – ohne große Zwischenfälle, wie ein Polizeimitarbeiter versicherte. Eine rundum positive Bilanz zogen ebenfalls die Gründer des Wilwarin-Festivals. Einziger Wermutstropfen: Am Eingang mussten Besucher abgewiesen werden. Im Internet erworbene Tickets stellten sich als Fälschung heraus. „So etwas ist einfach nur ärgerlich“, urteilten die Organisatoren. Wer in diesem Jahr aber nicht dabei sein konnte, sollte jetzt schon mal das erste Juni-Wochenende 2017 vormerken. Dann findet nämlich das 20. Wilwarin-Festival statt.

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erstellt am 05.Jun.2016 | 13:43 Uhr

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