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38-Tonnen-Kran stürzt Autobahn-Böschung hinab

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

A210 nach Kiel stundenlang gesperrt / Fahrer mit Verletzungen in der Klinik / 800 Liter Öl ausgelaufen

Aus voller Fahrt in den Graben: Ein 38 Tonnen schwerer Autokran ist gestern von der Autobahn 210 abgekommen und eine Böschung hinuntergestürzt. Der Fahrer (28) wurde dabei verletzt. Die Bergung des schweren Geräts dauerte bis in den späten Abend und war bis Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen.

Der Unfall ereignete sich gegen 11 Uhr auf der A210 in Richtung Kiel etwa einen Kilometer vor der Abfahrt Achterwehr. Der Kran-Koloss kam aus bisher ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab. Dabei hinterließ er eine rund 50 Meter lange, tiefe Furche auf dem Grünstreifen. Der 18 Meter lange Kranwagen durchbrach die Leitplanke und stürzte die rund drei Meter tiefe, steile Böschung hinunter. Dabei überschlug er sich mehrmals und blieb in einem rund 1,50 Meter tiefen, schlammigen Biotop unterhalb der Autobahn auf der linken Fahrzeugseite liegen.

Nach ersten Erkenntnissen konnte sich der Fahrer zunächst selbst befreien und die Böschung hochklettern. Der Rettungshubschrauber landete an der Unfallstelle. Der Verletzte wurde mit einem Krankenwagen in eine Kieler Klinik gebracht.

Eine Stunde nach dem Unglück wurde die A210 in Richtung Kiel voll gesperrt. Die Feuerwehren Rendsburg und Bredenbek sowie der Gefahrgut-Löschzug des Kreises Rendsburg-Eckernförde waren mit insgesamt 40 Einsatzkräften vor Ort. „Wir mussten zunächst mit Motorsägen arbeiten, um die Unfallstelle von Bäumen und Büschen zu befreien“, sagte der Einsatzleiter, Rendsburgs stellvertretender Wehrführer Jens Schnittka. Ihm zufolge sind 800 Liter Hydrauliköl ausgelaufen und in das Gewässer gelangt. Um weiteren Schaden zu verhindern, pumpten die Feuerwehrleute noch 200 Liter Diesel aus einem der beiden Tanks – an den anderen kamen sie nicht heran, weil der Kran darauf lag.

Michael Wittl, Leiter der Umweltbehörde des Kreises, ließ Ölsperren einrichten, damit sich keine weiteren Schadstoffe ausbreiten konnten. Sicher sei, dass das Wasser abgesaugt werden müsse. Der Kran war in den Ausläufer eines nahen Rückhaltebeckens gestürzt. Wenn sich die Belastung als zu groß erweise, müsse das Biotop ausgebaggert werden, sagte Michael Wittl.

Zur Bergung des schweren Autokrans wurden am Nachmittag zwei weitere Kräne angefordert. Einer mit bis zu 250 Tonnen Tragkraft, der andere konnte sogar 350 Tonnen heben. Das sei nötig, weil das verunglückte Fahrzeug so weit von der Straße entfernt lag. Das erklärte der Inhaber des Kieler Unternehmens, dessen Kran im Graben lag. Die Ausleger müssten auf 26 Meter ausgefahren werden. Er schätzte, dass die Bergung bis Mitternacht dauere. Eine weitere Schwierigkeit: Der Stahlkoloss sank immer weiter im Schlamm ein. 16 Mitarbeiter der Kieler Firma waren mit der Bergung beschäftigt.

Der Verkehr der A210 wurde über Bredenbek bis zur Anschlussstelle Achterwehr umgeleitet. Lange Staus entstanden jedoch nicht. Den Sachschaden schätzte die Polizei auf mindestens 50  000 Euro.

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erstellt am 14.Aug.2015 | 17:15 Uhr

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