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Rendsburg : 300 Kilogramm Fischnachwuchs für die Obereider

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Fischereigenossenschaft für die Obereider setzt junge Karpfen und Schleie aus. Dies dient zum einen der Bestandssicherung und zum anderen dem Artenschutz der Tiere.

Sie zappeln im Bottich, als würde es um ihr Leben gehen. Tut es aber gar nicht. Die Schleie und Karpfen ziehen nur von der Fischzucht Kemnitz in die Obereider um.

Vorsichtig kippt Jan Kemnitz, Inhaber des Fischzuchtunternehmens aus Aukrug, junge Fische vom Kescher in einen großen Plastikeimer. Wie jedes Jahr ist er von der Fischereigenossenschaft für die Obereider beauftragt worden, Fischnachwuchs in das Gewässer auszusiedeln. Dies dient zum einen der Bestandssicherung und zum anderen dem Artenschutz der Tiere.

Bei der Auswilderungs-Aktion dabei war Büdelsdorfs Bürgermeister Jürgen Hein. Er ist stellvertretender Vorsteher der Genossenschaft. Neben Büdelsdorf und Rendsburg ist Schleswig-Holstein ebenfalls Mitglied. Sie verpachtet das Gewässer an Uwe Jeß. 4000 Euro zahlt die Genossenschaft in diesem Jahr für die neuen Fische. Die Kosten erwirtschaftet sie aus Pachteinnahmen und den Gebühren für die Angelscheine.

Gestern waren es jeweils 150 Kilogramm Karpfen und Schleie, die Uwe Jeß und Jan Kemnitz beim Regattaverein ins Wasser ließen. Mit einem Plastikeimer trugen sie Fuhre für Fuhre zum Bootssteg. Ein kurzer Schwung nach vorn, – und ein Wasserfall aus Fischen ergoss sich in den Hafen.

Den Fischnachwuchs gerade im Frühling in die Freiheit zu entlassen, hat einen guten Grund: „Das zwölf Grad kalte Wasser bietet sich zum Aussetzen an“, erklärt Kemnitz. Im Sommer ist es zu warm, die Tiere sind dadurch zu gestresst. Dadurch können sie ihre schützende Schleimschicht verlieren – und das würde den sicheren Tod bedeuten.

Es sind nicht jedes Mal dieselben Arten, die in der Obereider ausgesiedelt werden. „Karpfen waren schon immer dabei, Schleie erst seit drei Jahren“, sagt Jeß. Die Ansiedlung der Tiere sei ein Erfolg. „Die Fische bleiben hier. Das sieht man daran, dass sie in dem Gebiet gefangen werden.“ Doch das gilt nicht für jede Art. Dem Hecht zum Beispiel scheint es im Rendsburger Gewässer nicht zu gefallen. Er wandert nach dem Aussetzen ab – und landet somit nicht am Haken von heimischen Anglern.

Das scheint die Sportfischer nicht zu stören. Die Angelscheine erfreuen sich großer Beliebtheit. In diesem Jahr sind 500 Jahres - und 150 Heringsscheine ausgegeben worden. Wer jetzt noch einen erwerben möchte, kommt zu spät: Für diese Saison sind sie bereits ausverkauft.

Die Fische werden jedoch nicht nur für die Angler ins Wasser gebracht. Natur- und Bestandsschutz spielen eine ebenso große Rolle. „Einige Arten würden ohne Maßnahmen nicht mehr vorkommen“, sagt Jeß.

 

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erstellt am 07.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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