3-D-Drucker sind „Schnee von gestern“

Innovativ: Der Kunststoff-Wasserzähler der Barlog-Gruppe (links) ist sechsmal leichter als die Messing-Variante.
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Innovativ: Der Kunststoff-Wasserzähler der Barlog-Gruppe (links) ist sechsmal leichter als die Messing-Variante.

Beim zehnten Hohenwestedter Technologietag präsentiert die Kunststoffindustrie ihre Innovationen

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17. Mai 2018, 14:33 Uhr

Alles soll leichter werden und gern auch biologisch abbaubar sein: Beim zehnten Technologietag in Hohenwestedt konnte man sehen, wie umweltpolitische Zielvorgaben zu vielfältigen Innovationen in der kunststoffverarbeitenden Industrie führen. Knapp 60 Firmen aus ganz Deutschland wollten dabei sein. Dass es bei der Messe sogar international zuging, dafür sorgten drei dänische Unternehmen sowie je eine Firma aus Österreich und der Schweiz.

„Der Aussteller- und Besucherandrang zeigt, dass unser Konzept voll angenommen wird“, konnte Peter Kesterke auch beim zehnten Hohenwestedter Technologietag wieder feststellen. Bei der Premiere im Jahre 2009 hatte der Cheforganisator 19 Firmen zur Teilnahme animieren können. Gestern waren es insgesamt 61 Unternehmen aus vier Ländern. „Mehr geht auch nicht, weil wir damit hier im Sport- und Jugendheim an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen“, meinte Kesterke. Der Veranstalter bezeichnet den Technologietag als „Treffpunkt für Akteure“ oder auch als „Business-to-Business-Messe“. Die ausstellenden Firmen kommen ebenso wie die Messebesucher allesamt aus der kunststoffverarbeitenden Industrie, und zwar aus den Bereichen: Kunststofftechnik, Werkzeug- und Formenbau sowie Spritzgießen. Über den Tag verteilt gab es Fachvorträge von Experten für Experten mit Themen wie: „Industrie 4.0 zu Fuß – Simulation als Schlüsseltechnologie für das Plastics Engineering“ oder auch „Schlechte Balancierung durch Schereffekte im Schmelzkanal“.

„Kollektives Wissen bildet die Grundlage für jedes gut funktionierende Netzwerk“, sagt Kesterke, „und kollektives Wissen ist auch die Leitidee der Business-to-Business-Messe, bei der allen Unternehmen der Kunststoffindustrie die Chance gegeben wird, sich zu vernetzen.“ Der überschaubare Rahmen im Sport- und Jugendheim begünstigte eine entspannte Kommunikation. „Entschleunigung ist eine Hauptintention der Technologietage“, so Kesterke. Wie schnelllebig die Kunststoff-Branche allgemein ist, zeigt ein Rückblick auf den Technologietag 2017, wo 3-D-Drucker für den Office-Bereich eine Hauptattraktion waren. Solche 3-D-Drucker seien ein Jahr später bereits „Schnee von gestern“, bemerkte Kesterke: „Diese Geräte sind inzwischen Standard.“

Heute sind Recycling und CO2-Ausstoß-Minimierung aktuelle Trends. Beim Thema Recycling haben Länder wie Italien und Frankreich wegen ihrer strengeren gesetzlichen Bestimmungen einen deutlichen Vorsprung, stellte Christoph Gerling von der Firma K.D. Feddersen (Hamburg) fest. Der Experte für biologisch abbaubaren Polyester hofft, dass die Bundesregierung bald nachzieht, denn: „Wenn Deutschland sagen würde, dass ab 2020 alle Einkaufstüten für Obst und Gemüse biologisch abbaubar sein müssen, wäre das für uns ein Riesenmarkt.“ Bei der Elektromobilität sei Leichtbau „ein großes Thema“, erklärte Gerling und berichtete, wie sein Unternehmen daran arbeitet, Metallteile in E-Autos durch ebenso stabile Kunststoffvarianten zu ersetzen. Wie man mit neuen Wasserzählern etwas für die Umwelt tun kann, erläuterte Paul Remmel von der Barlog-Gruppe (Overath): „Wir haben bei diesen Geräten das Messing durch Kunststoff substituiert, und wenn man nun einen Lkw voll mit Wasserzählern hat, macht es in Bezug aufs CO2 schon einen großen Unterschied, ob die Teile aus Messing oder aus unserem sechsmal leichteren Kunststoff sind.“

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