zur Navigation springen

Doppelmord in Haale : 28-Jähriger aus Beringstedt in U-Haft

vom
Aus der Onlineredaktion

Gegen einen Automechaniker wurde Haftbefehl erlassen. Er soll in Haale zwei Frauen erschossen haben.

Haale | Ermittlungserfolg nach dem Doppelmord von Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde):  Gestern Abend hat ein Richter in Kiel Haftbefehl gegen einen Tatverdächtigen erlassen. Oberstaatsanwältin Birgit Heß: „Dies erfolgte wie von uns beantragt wegen zweifachen Mordes.“

Dennis N. (28) aus dem acht Kilometer entfernten Beringstedt wird vorgeworfen, auf einem Resthof eine Mutter (83) und ihre Tochter (57) getötet zu haben. Der Inhaber einer kleinen Kfz-Werkstatt ist von einem Spezialeinsatzkommando in seiner Wohnung überwältigt worden. Die Elite-Polizisten kamen zum Einsatz, weil der junge Mann das Verbrechen mit einer Schusswaffe und einem Messer begangen haben soll. Außerdem nahmen die SEK-Beamten einen mutmaßlichen Komplizen (27) in Neumünster fest. Er wurde jedoch wieder entlassen.

Das Motiv für den Doppelmord liegt im Dunkeln. Dennis N. schweigt zu den Vorwürfen. „Der Verdächtige stand mit den getöteten Frauen in einer Geschäftsbeziehung“, sagt Oberstaatsanwältin Heß.

Darauf konzentrieren sich derzeit die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft. Weitere Details wollte sie nicht nennen. „Es handelt sich um einen Indizienprozess“, sagte die Oberstaatsanwältin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Auf der Internetseite seiner Kfz-Werkstatt wirbt Dennis N. damit, bei Reparaturen einen kostenlosen Leihwagen zu stellen. Dieses Firmenfahrzeug stand auf dem Hof der beiden Ermordeten. So geriet er in den Fokus der Ermittler, die seine Werkstatt zunächst durchsuchten. Danach verdichteten sich offenbar die Indizien gegen ihn. Einwohner von Haale berichten, die Frauen hätten ihren Kleinbus bei Dennis N. zur Reparatur gebracht. Möglicherweise gab es einen Konflikt wegen der hohen Kosten. Nach Informationen des sh:z soll es sich um eine Summe zwischen 5000 und 8000 Euro handeln.

Feuerwehrmänner hatten die Leichen entdeckt, als sie einen Brand in dem Pferdestall des Gnadenhofes löschten. Dennis N. soll ihn gelegt haben, um die Tat zu verdecken.

In Beringstedt sorgte die Festnahme für Fassungslosigkeit. Die Freundin von Dennis N. könne nicht mehr aufhören zu weinen, berichten Bekannte. Sein Leben hatte der junge Mann bisher gut gemeistert. 2004 machte er den Hauptschulabschluss in der Dörfergemeinschaftsschule Todenbüttel, 2008 wurde er in der Wehr Beringstedt zum Oberfeuerwehrmann ernannt. Er lernte Kfz-Mechaniker bei einer Freien Tankstelle, erwarb 2010 den Abschluss. „Er war immer nett und freundlich“, sagen seine Lehrherren. 2011 gründete Dennis N. einen An- und Verkauf, danach die Werkstatt.

Gestern Abend wurde er in die Justizvollzugsanstalt Neumünster gebracht. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

zur Startseite

von
erstellt am 26.11.2014 | 19:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert