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Kreis Rendsburg-Eckernförde : 2014 kommen mehr als doppelt so viele Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

820 Asylbewerber und Spätaussiedler werden in diesem Jahr erwartet. Kreis und Gemeinden fordern Hilfe vom Land.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 11:35 Uhr

Die Zahl der Flüchtlinge in Rendsburg-Eckernförde steigt explosionsartig: Gegenüber 2013 sollen es in diesem Jahr mehr als doppelt so viele sein. Das geht aus aktuellen Zahlen der Kreisverwaltung hervor. Demnach wird prognostiziert, dass bis Jahresende insgesamt 820 Asylbewerber und Spätaussiedler untergebracht werden müssen. „Die Tendenz ist weiter steigend“, mahnte Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer gestern vor dem Kreistag. Er forderte mehr Unterstützung für die Kommunen und sieht den Innenminister in der Pflicht.

Im Januar war noch die Rede von 450 Flüchtlingen für den Kreis. Schon damals war der Druck auf die Ämter und Gemeinden groß, die Menschen unterzubringen. „Um diese Herausforderungen gemeinsam besser bewältigen zu können, haben wir Anfang des Jahres eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Gemeindetages und der Städte sowie der Kreisverwaltung ins Leben gerufen“, sagte Schwemer. Die hat beschlossen, die zentrale Gemeinschaftsunterkunft in Rendsburg von 60 auf 90 Plätze zu erweitern. Von dort aus werden die Flüchtlinge nach ihrer Ankunft an die Gemeinden zugewiesen. Für die zusätzlichen Plätze habe die Verwaltung bereits 110 000 Euro im Haushaltsplanentwurf 2015 vorgesehen. Zusätzlich soll die Unterkunft für 200 000 Euro renoviert werden. Laut Schwemer erstattet das Land beide Beträge zu 70 Prozent. Durch die Erweiterung müssen die Flüchtlinge nicht so schnell weitervermittelt werden, so dass die Gemeinden mehr Zeit haben, geeigneten Wohnraum zu finden.

Zudem hat sich die Arbeitsgruppe dafür ausgesprochen, die Landesmittel von 64 Euro pro Asylbewerber im Quartal direkt an die Ämter und Gemeinden weiterzuleiten, um ehrenamtliche Helfer vor Ort besser auszustatten. Im kommenden Jahr rechnet die Verwaltung mit 215 000 Euro, die je nach der zugewiesenen Zahl von Flüchtlingen an die Kommunen gehen.

Neben den Schwierigkeiten auf der Verwaltungsebene bewege ihn die steigende Zahl von Flüchtlingen auch menschlich und politisch, so Schwemer. „Ich sage an dieser Stelle aber auch ganz deutlich: Die kommunale Ebene ist auf eine stärkere Unterstützung durch das Land und den Bund angewiesen.“ Er forderte dringend schnellere Asylverfahren. „Zudem müssen die Mittel für die Betreuung der Flüchtlinge vor Ort deutlich erhöht werden.“ Die Arbeitsgruppe erarbeite derzeit einen Forderungskatalog an Innenminister Andreas Breitner.

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