zur Navigation springen

Aukrug : 2000 Buchen für den neuen Boxberg-Wald

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Schrobach-Stiftung plant den Umbau der Flächen in den nächsten drei Jahrzehnten. Vorwiegend werden Buchen gepflanzt, denn: Der Name Boxberg leitet sich von Buchenberg her.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 06:00 Uhr

In den kommenden drei Jahrzehnten soll der nadelholzreiche Mischwald auf dem Boxberg in einen reinen Laubwald umgewandelt werden. Außerdem soll die Heidefläche nicht nur erhalten, sondern sogar vergrößert werden. Wie die „Kurt und Erika Schrobach-Stiftung“, die seit 2008 im Besitz des Boxbergs ist, diese Ziele erreichen will und welche Auswirkungen die Herbststürme des vergangenen Jahrs auf den Waldumbau hatten: Das erläuterte Förster Arne Petersen bei einer Exkursion des Naturschutzrings Aukrug.

„Der erste Eindruck war verheerend“, meinte Petersen mit Blick auf die Schadensbilanz nach dem Abzug der Orkane „Christian“ und „Xaver“: „1500 Festmeter Holz sind durch Sturmwürfe umgefallen und haben gezeigt, wie exponiert der Boxberg doch ist.“ Am Südhang haben die Orkane besonders heftig gewütet. „Da sind ganze Baumbestände umgekippt, und das hat uns veranlasst, unsere Ziele zu ändern“, sagte Petersen, der den Waldumbau auf dem Boxberg für die Schrobach-Stiftung managt.

Die private Stiftung besitzt in Schleswig-Holstein 2600 Hektar Land, etwa die Hälfte davon ist Wald. „Das Schöne am Boxberg ist, dass man hier auf kleinem Raum alles präsentieren kann, was den Naturpark Aukrug ausmacht: Naturschutz und Tourismus“, erklärte Stiftungs-Geschäftsführerin Cordelia Wiebe, „wir wollen auf dem Boxberg einen naturnahen Wald und auch die Heidefläche entwickeln, und diese Lebensräume sollen für den Menschen erlebbar bleiben.“ Ziel sei ein „stabiler Wald aus heimischen Baumarten“, in den dann nicht weiter eingegriffen werden soll: „Wir wollen den Wald dann in Ruhe lassen, denn wenn sich der Wald komplett selbst reguliert, entwickeln sich die artenreichsten Lebensräume.“ Wie instabil der aktuelle Boxbergwald mit seinem 70-prozentigen Nadelwaldanteil ist, das haben „Christian“ und „Xaver“ gezeigt.

„Vor 150 Jahren stand hier ein Buchenwald“, merkte Ex-Naturschutzring-Chef Detlef Ratjen an, „der Name Boxberg leitet sich von Buchenberg her, und das sollte man im Auge behalten.“ Die Buche sei in der Tat der bevorzugte Pflanzbaum, entgegnete Petersen: „Weil die Buche Schatten gut vertragen kann und nicht so stark unter Verbiss leidet.“ Im Herbst sollen im Südostbereich des Boxbergs 2000 Buchen gepflanzt werden. „Wir nehmen aber auch alle Laubbaumarten mit, die sich hier selbst verjüngen: Erlen, Ebereschen, Birken sowie die Eichen, welche die Eichelhäher hier säen“, erklärte Petersen, „unser Ziel ist es, möglichst gar nichts zu pflanzen, aber an den Fichtenstandorten muss man steuernd eingreifen.“

Ursprünglich hatte die Schrobach-Stiftung geplant, die acht Hektar große Heidefläche in Richtung Osten weiter zu entwickeln, was eine Verlegung des Walderlebnispfads der Kreisjägerschaft nötig gemacht hätte. „Nun kann der Waldlehrpfad so stehen bleiben“, teilte Petersen mit. Die Heideausweitung soll jetzt nämlich in eine andere Richtung erfolgen: hin zum von den Herbststürmen freigeräumten Südhang. „Da hat uns die Natur sozusagen eine Fläche vorgegeben“, meinte Petersen. Weil die Heide nährstoffarmen Untergrund bevorzugt, muss allerdings erstmal die dicke Humusschicht am Südhang abgetragen werden.

Nachdem der Förster über die Verbissschäden durch „kriminelle Hasen“ geklagt hatte, führte er die Exkursionsgruppe zum dritten Mal innerhalb von anderthalb Stunden den Boxberg hinauf, wo die Wanderung dann ihren perfekt getimten Abschluss fand: Die Teilnehmer konnten auf dem Gipfel einen ebenso farbenfrohen wie stimmungsvollen Sonnenuntergang genießen.



Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen