18 Jahre Integration mit Sport

Olga Ebauer managte Fußballturniere für Geflüchtete / Abschied in Ruhestand

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15. Mai 2018, 16:49 Uhr

Olga Ebauer hat 18 Jahre im Rendsburger Stadtteil Parksiedlung Programm für Kinder, Jugendliche und geflüchtete junge Erwachsene angeboten. Am Mittwoch, 13. Juni, wird sich die Mitarbeiterin des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde in den Ruhestand verabschieden, teilte Pressesprecher Helge Buttkereit mit. Die Feier im KulturCafé „Wir“ im Gemeindehaus Parksiedlung, Pastor-Schröder-Straße 70, beginnt um 15 Uhr.

Olga Ebauer organisierte 15 Jahre zwei- bis dreimal im Jahr Volleyball- und Fußballturniere mit vielen Teilnehmern. „Sport ist ein guter Weg zur Integration“, stellt sie fest. Olga Ebauer hat diesen Weg selbst zurückgelegt: Sie wurde als Deutsche in Russland geboren und arbeitete in Kasachstan als Mathematiklehrerin. Da ihr Abschluss hierzulande nicht anerkannt wurde, ließ sie sich in Neumünster zur Erzieherin ausbilden. In der offenen Kinder- und Jugendarbeit Jevenstedt absolvierte sie ein Praktikum. „Das war der Anschub für meine 18-jährige Tätigkeit in Rendsburg.“ Aus Jevenstedt nahm sie die Idee zum Sportangebot mit.

„Alle machten die Erfahrung, dass es beim Sport nicht darauf ankommt, gut Deutsch sprechen zu können, sondern dass der Sport einen anders und leichter zusammenbringt.“ Die Turniere stärken das Selbstbewusstsein der Jugendlichen. Diese kommen aus der Türkei, Syrien, Kasachstan, Jemen, dem Irak, Russland, Polen und aus Deutschland. Beim letzten Fußballturnier unter Olga Ebauers Leitung waren fünf Teams am Start. Die Mannschaft „Syria“ gewann, gefolgt von „Alkramh“, „Algulan“, „Jungs aus RD“ und „Asdagea“.

Unterstützt wurde Olga Ebauer in ihrer Arbeit von Alexander Heit. „Ohne seine Hilfe hätte ich es nicht geschafft, so lange am Ball zu bleiben und mich um die anderen vielfältigen, fordernden Aufgaben zu kümmern.“ Sie sagte über ihre Arbeit: „Es ist ein Projekt, das als Vorbild für ‚Integration durch Sport‘ weitergehen sollte und hoffentlich viele Nachahmer finden wird.“

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