Hamdorf und Breiholz : 18-Jähriger soll Brände gelegt haben

Der vorsätzlich gelegte Brand auf dem Resthof in Hamdorf vom 5. Juni richtete großen Schaden an. Er brannte bis auf die Grundmauern nieder. Jetzt hat die Polizei den mutmaßlichen Brandstifter gefasst.
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Der vorsätzlich gelegte Brand auf dem Resthof in Hamdorf vom 5. Juni richtete großen Schaden an. Er brannte bis auf die Grundmauern nieder. Jetzt hat die Polizei den mutmaßlichen Brandstifter gefasst.

Die Polizei hat einen Verdächtigen für vier Feuer in Hamdorf und Breiholz geschnappt. Mit vier weiteren Tätern soll er auch für die Bootsaufbrüche an der Untereider verantwortlich sein.

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09. Juli 2014, 06:00 Uhr

Mit der Festnahme eines jungen Mannes (18) kann die Polizei vermutlich gleich mehrere Straftaten aufdecken. Der Verdächtige aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde hat den Ermittlungen zufolge in Hamdorf und Breiholz wohl gleich vier Brände gelegt und damit Schäden von etwa 175 000 Euro angerichtet. Die Spur führte die Ermittler zudem zu weiteren Straftaten: Die brachialen Bootsaufbrüche bei der Wassersportvereinigung Hamdorf und beim Angelverein Breiholz (wir berichteten) sollen ebenfalls auf sein Konto gehen.

Die Brandserie begann mit kleinen Feuern: Zwischen dem 18. und dem 20. Mai wurden ein Müllcontainer in der Kirchenstraße in Breiholz sowie ein Schuppen und mehrere Strohballen in einer Scheune im Weider Weg in Hamdorf angezündet. Die Polizei schätzt den Schaden insgesamt auf 5000 Euro. Ein erheblich größerer Schaden mit 170 000 Euro entstand jedoch durch das Feuer in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni in Hamdorf. Ein leerstehender Resthof in der Straße Westerende brannte bis auf die Grundmauern nieder. Drei Feuerwehren mit rund 80 Einsatzkräften waren von 1.30 Uhr bis in die frühen Morgenstunden mit den Löscharbeiten beschäftigt. Menschen wurden bei keinem der vier Feuer verletzt.

Wie Polizeisprecher Rainer Wetzel mitteilte, sei es der Kriminalpolizei Rendsburg nach intensiven Ermittlungen gelungen, den Verdächtigen zu stellen. „Die Spurenauswertung und die Vernehmungen haben einen Tatverdacht gegen einen vorbestraften 18-jährigen Heranwachsenden aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde ergeben“, heißt es in seiner Mitteilung. Die Staatsanwaltschaft Kiel habe daraufhin einen Haftbefehl wegen vierfacher Brandstiftung beantragt. Am Montag hat das Amtsgericht Rendsburg den Haftbefehl erlassen. Der Verdächtige wurde anschließend in die Jugendanstalt nach Schleswig gebracht.

Im Zeitraum der Brandserie trieb der 18-Jährige offenbar auch an der Untereider sein Unwesen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zu den Bootsaufbrüchen beim Angelverein Breiholz und der Wassersportvereinigung Hamdorf zwischen dem 18. Mai und Anfang Juni führten ebenfalls zu dem jungen Mann. An den Stegen der beiden Vereine bot sich damals laut Jens Oltmann von der Wasserschutzpolizei ein Bild der Verwüstung. Er und seine Kollegen vermuteten, dass es Jugendliche waren, die die Schiffe mit brachialer Gewalt aufgebrochen und dabei großen Schaden angerichtet hatten. Dabei ließen die Täter teure elektronische Ausrüstungsgegenstände weitgehend liegen und stahlen vor allem Bier, Wein und Schnaps. Allein die Schäden an den elf aufgebrochenen Booten in Hamdorf schätzte Peter Krause von der Wassersprtvereinigung auf bis zu 20 000 Euro. „Der Sachschaden durch das Aufbrechen steht in keinem Verhältnis zum Wert des Diebesguts“, sagte Jens Oltmann damals.

Mit ihrer Vermutung lagen die Beamten damals zumindest teilweise richtig: „Tatverdächtig sind hier neben dem 18-Jährigen vier weitere junge Männer im Alter von 17 bis 24 Jahren aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde“, teilte Rainer Wetzel mit. Die Täter haben damals viele Spuren an den Tatorten hinterlassen. Die Ermittler fanden Fuß- und Fingerabdrücke. Zudem nahmen sie DNA-Proben. Der Großteil des bei den Einbrüchen gestohlenen Diebesgutes hat die Kriminalpolizei inzwischen sichergestellt. In beiden Fällen dauern die Ermittlungen noch an. Genauere Angaben wollte Rainer Wetzel aus taktischen Gründen gestern nicht machen.

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