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E.ON Hanse Cup : 16 Kameras haben die Ruderer im Blick

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hinter der Live-Übertragung der ARD am Sonntag liegt ein großer Organisationsaufwand. Das ARD-Team liefert Aufnahmen vom Wasser und aus der Luft.

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erstellt am 13.Sep.2014 | 05:34 Uhr

Wenn am Sonntag um 15.15 Uhr das große Ruderrennen auf dem Nord-Ostsee-Kanal startet, sind die Mitarbeiter des Fernsehteams der ARD hoch konzentriert. Alles muss glatt gehen, bloß keine verwackelten Bilder bekommen, den Deutschlandachter immer im Blick haben und das schönste Jubelbild beim Zieleinlauf einfangen. Damit den Zuschauern vor dem Fernseher zuhause der Cup so nah wie möglich gebracht wird, ist ein immenser Aufwand notwendig. Was alles hinter den Vorbereitungen der Live-Übertragung eines solchen Großereignisses steckt, erklärt ARD-Redakteur Günther Betz im Gespräch mit der Landeszeitung.

Insgesamt 16 Kameras werden das Ruder-Spektakel von den unterschiedlichsten Blickwinkeln und Standorten aus am Sonntag begleiten. Allein drei von ihnen sind nur für den Zieleinlauf zuständig: Die erste filmt den Sieger, die zweite hat die anderen Boote im Blick und die dritte ist ausschließlich für das Zielfoto verantwortlich, erklärt Betz.

Besonders stolz ist der Redakteur auf die am Deutschlandachter montierte Kamera. Sie guckt dem Steuermann quasi direkt über die Schulter: „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Das gibt dem Ganzen sehr viel Leben und der Zuschauer ist ganz nah dran.“ Zusätzlich sind auf dem Wasser zwei spezielle Katamaran-Boote unterwegs, die je mit einer Kamera ausgestattet sind. Sie fahren auf der Höhe des Führungsschiffs und sollen genau anzeigen, wer gerade vorne liegt. Das besondere an diesen Booten ist, dass sie keine Wellen schlagen, schließlich will man die Ruderer nicht irritieren und ein Verwackeln der Aufnahmen vermeiden, sagt Betz. Mit an Bord auf einem der Boote ist auch Juliane Möcklinghoff, ehemalige Ruderin und jetzt als Reporterin unterwegs. Sie wird ihre Eindrücke vom Wasser aus schildern.

Nicht nur vom Wasser, auch aus der Luft wird es Aufnahmen geben. Gleich zwei Hubschrauber werden am Sonntag eingesetzt. Doch nur an einem der beiden ist eine Kamera befestigt, die vom sogenannten Operator gesteuert wird. Der andere Helikopter ist nur dafür da, um die Bilder von den Kameras auf den Booten an den Übertragungswagen im Zieleinlauf weiterzuleiten. „An diesem zentralen Wagen landen dann alle Bilder, die von dem Rennen entstehen.“ Dazu gehören auch die Bilder der drei Kameras am Start in Breiholz sowie die zwei in Schülp platzierten Kameras.

Natürlich gibt es aber auch noch die klassische Variante von Kameramännern, die am Rande des Kanals das Rennen begleiten und von dort aus Bilder einfangen. Für diese wurden bereits gestern mehrere Podeste aufgebaut. Auch die ARD Studio-Plattform steht bereits. 50 Meter vor dem Zieleinlauf sind dort zwei weitere Kameras im Einsatz, um Moderator Thomas Braml und seine Gäste ins Bild zu setzen. Neben Braml gibt es Live-Kommentare von Jörg Klawitter sowie vom Trainer des Deutschland-Achters Ralf Holtmeyer. Er wird mit seinem E-Bike das Rennen vom Ufer aus begleiten und seine Eindrücke live schildern. Zu den Kommentatoren und den zwölf Kameraleuten kommen noch zahlreiche Tontechniker, Toningenieure sowie Mitarbeiter für den Auf- und Abbau.

Damit am Sonntag aber auch wirklich alles glatt geht, wird heute Nachmittag die gesamte Aufnahmesituation geprobt. „Man braucht einfach die Gewissheit, dass alles läuft“, sagt Betz. Katamarane, Helikopter und alle Kameramänner und Techniker sind bei der Probe im Einsatz. So kann vor dem großen Rennen festgestellt werden, ob es auf der Strecke irgendwelche Störsender gibt, zum Beispiel durch alte Schiffsradare oder leistungsstarke mobile Datennetze.

Die möglichen technischen Störungen seien mit die größte Herausforderung bei solch einer Live-Übertragung, so Betz. Sein Wunsch für Sonntag ist, dass er und sein Team es schaffen, den Zuschauern vorm Fernseher ein einmaliges Erlebnis zu verschaffen und ihnen das Gefühl zu geben, so nah dran wie nur möglich zu sein. Probleme, die eventuell bei den Aufnahmen entstehen, sollen beim Betrachter unbemerkt bleiben.

Übertragung live im Ersten ab 15.05 Uhr


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