Holzbunge : 150 Einsatzkräfte üben den Ernstfall

Bei dem Großbrand wurden 13 Mitarbeiter „verletzt“.
Bei dem Großbrand wurden 13 Mitarbeiter „verletzt“.

Übung der Feuerwehren im Amt Hüttener Berge. 14 Feuerwehren beim Löscheinsatz und Personenrettung auf Firmengelände Rüchel Plöhn

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06. September 2018, 12:31 Uhr

Auf dem Gelände des Lohnunternehmens Rüchel Plöhn ist es bei Schweißarbeiten zu einem Feuer gekommen, das sich durch leicht entflammbare Stoffe schnell in der Haupthalle ausbreitet. Insgesamt 13 Mitarbeiter werden verletzt, einige von ihnen können das Gebäude nicht mehr verlassen. Dieses Szenario war am Mittwochabend Grundlage für eine groß angelegte Feuerwehrübung in den Hüttener Bergen. „Es ist die erste Übung, an der alle Wehren des Amtes geschlossen teilnehmen“, erläuterte Amtswehrführer Frank Schröder.

Rund zweieinhalb Monate liefen die Planungen, die federführend von der Feuerwehr Holzbunge übernommen wurden. Neben den 14 Wehren des Amtes beteiligten sich auch Brandschützer der Feuerwehr Büdelsdorf sowie die Technische Einsatzleitung des Kreises und vier Fahrzeuge des Rettungsdienstes (RKiSH) an der Großübung. Insgesamt waren 150 Einsatzkräfte vor Ort, 40 weitere unterstützten bei der Organisation und als Darsteller der Verletzten. Ziel der Übung war es, sowohl Gebäude als auch die Platzverhältnisse auf dem neuen, seit etwa einem Jahr bestehenden Betriebsgelände kennenzulernen.

Eine große Herausforderung für die Kameraden war die Sicherstellung der Wasserversorgung. „Wir haben eine Hydrantenleitung vom Ort hierhergelegt, bei einem Großbrand kommen wir damit jedoch nicht aus“, erklärte Einsatzleiter und Wehrführer in Holzbunge, Björn Schröder. So wies er den Aufbau einer doppelten Leitung zum 1,2 Kilometer entfernten Bistensee an. Die Kreisstraße 2 wurde deshalb für die Dauer der Übung gesperrt. Doch die ausreichende Versorgung mit Löschwasser war nicht die einzige Herausforderung für die Rettungskräfte.

Die Übungsleitung hatte eine theoretische Alarmzeit von 10 Uhr angesetzt. Dies bedeutete, dass die Wehren nur mit so vielen Kameraden anrücken durften, wie für die Tagesverfügbarkeit gemeldet sind.

Flexibel mussten die Rettungskräfte im Zusammenspiel auf die Ausbreitung des Feuers durch Funkenflug, den Ausfall einer Feuerlöschpumpe oder den Kollaps eines Feuerwehrmannes mit anschließender Reanimation reagieren. Bei letzterem Szenario wurde der Teleskopgelenkast der Feuerwehr Büdelsdorf eingesetzt. Die Rettung gestaltete sich jedoch aufgrund enger Platzverhältnisse schwierig, so dass als Plan B die Befreiung durch das Treppenhaus angeordnet wurde. „Eine Übung ist dazu da, um etwas zu lernen“, betrachtete Einsatzleiter Björn Schröder die Verzögerung als gewonnenes Wissen für den Ernstfall. „Wir haben alle Übungsziele und Vorhaben erreicht, die wichtigsten Punkte haben funktioniert“.

Notarzt Mike Thomsen lobte die Einsatzkräfte: „Es war eine tolle Übung, realitätsnah dargestellt“. Auf jeden Fall beibehalten möchte Björn Schröder die erstmals erprobte Neuorganisation der 20 Atemschutzträger, die sich an einer Position sammelten und dann von den Abschnittsleitern angefordert werden konnten. „Das werden wir auf Amtsebene ausbauen“, waren sich der Einsatzleiter und Amtswehrführer einig.

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