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Urteil in den USA : 15 Jahre Haft für Rendsburger Kindersextourist

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein deutscher Lehrer fliegt in die USA. Für Sex mit Minderjährigen will er weiter nach Mexiko - doch am Flughafen klicken die Handschellen.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2014 | 13:45 Uhr

Tucson/Rendsburg | Es sollte Sex mit Kindern auf Bestellung werden. Gleich für die erste Woche der Sommerferien 2013 hatte der Lehrer Karsten P. aus Rendsburg den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen geplant und dafür alles Nötige per E-Mail vorbereitet. "Um mögliche Probleme mit ungewollten E-Mail-Überwachern zu vermeiden, schreibe ich Dir unter einem neuen Namen", hieß es in einer Mail, die der heute rund 50-Jährige Mitte Mai 2013 an seine Kontaktperson abschickte.

Per Langstreckenflug wollte er in den Süden der USA und dann weiter nach Mexiko reisen, um dort bis zu acht Kinder zum Sex zu treffen, sagte er in seinem Geständnis. Was da ablaufen sollte, hatte der Gymnasiallehrer im Voraus genau per Mail beschrieben: Am ersten Tag wollte er ein acht bis zehn Jahre altes Mädchen für zwölf Stunden missbrauchen und am Tag darauf ein acht bis elf Jahre altes Mädchen - für Fesselspiele und "leichte Prügel", hieß es in der Anklageschrift.

Dann sollten folgen: Ein fünf bis sechs Jahre altes Mädchen, am Tag danach zwei ebenfalls rund fünf Jahre alte Mädchen für "lesbische Spiele" und schließlich eine Jungfrau, wiederum für zwölf Stunden. Am 29. und 30. Juni wolle er dann möglicherweise noch zwei weitere Kinder "haben", schrieb er, das hänge aber von seiner Abreise aus Mexiko ab. 1025 Dollar (etwa 800 Euro) wollte er sich diese illegalen Handlungen laut Staatsanwaltschaft insgesamt kosten lassen.

Dass er die Ermittler austricksen musste, um bei seinen Taten nicht entdeckt zu werden, war dem Mann bewusst. Um seine Spuren im Internet zu verschleiern, nutzte er eine spezielle Technik zur Anonymisierung des Datenverkehrs. Seine Mail-Adresse legte er beim mittlerweile gesperrten Dienst "Tor Mail" an - und wich nach ersten Planungen dann auf eine zweite Adresse aus.

Im Schriftverkehr von diesem Konto aus sollte dort neben konkreten Planungen zur Reise nur vom Sex mit erwachsenen Frauen die Rede sein. "Bitte fügen Sie immer 20 (Jahre) hinzu (...), um jegliche Bloßstellung zu vermeiden", zitiert die Staatsanwaltschaft in Arizona aus einer seiner Mails. Und in der Tat folgte nur ein Tag später eine E-Mail, in dem der Lehrer sich bei seinem Vermittler nach "Spaß mit nur legalen Frauen um die 25 bis 32 (Jahre)" erkundigte.

Doch die Fahnder kamen dem Mann auf die Schliche. Als Flug 1463 am Flughafen von Tucson (Arizona) landete, ging der Lehrer noch auf seinen vermeintlichen Organisator zu, der wie verabredet ein Schild mit dem Namen Jim in der Hand hielt. Wie besprochen nannte der Lehrer den Erkennungscode "2013" - kurz darauf klickten die Handschellen. In seinem Koffer hatte er Damenunterwäsche in kleiner Größe, eine Augenbinde und Gegenstände für die als "Bondage" bekannten Fesselspiele. Bei der Kontaktperson handelte es sich um einen verdeckten Ermittler.

Nach mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft ist Karsten P. nun zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Hinzu kommt eine Geldstrafe von 20.000 Dollar (16.000 Euro). Er steht für den Rest seines Lebens unter Beobachtung und muss den Behörden jeden Wechsel von Wohnsitz, Namen und Job umgehend melden. Kontakt zu Kindern darf er nicht haben und ohne vorherige Genehmigung auch keinen Beruf, bei dem er mit Kindern unter 18 Jahren möglicherweise allein sein könnte. Außerdem muss er ein Programm zur Behandlung von Sexualstraftätern absolvieren und darf ohne vorherige Erlaubnis auch nicht das Internet nutzen. Im Januar hatte er seine Tat gestanden.

Sein Anwalt hatte sich schon bemüht, ihn an Deutschland ausliefern zu lassen, um ihm die hohe Haftstrafe zu ersparen - vergebens. Nach Angaben des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein gab es zwar keine Hinweise, dass der Lehrer sich an seiner Schule etwas zu Schulden kommen ließ. Doch sein Pass verriet den US-Fahndern, dass dies wohl nicht seine erste Sex-Reise werden sollte: In der ersten Jahreshälfte 2013 war er bereits nach Chile, Ecuador, Brasilien und Venezuela gereist und hatte sich in jedem Land nur zwei bis vier Tage aufgehalten. Laut US-Staatsanwaltschaft gelten Brasilien und Zentralamerika als bekannte Ziele für Kindersextourismus.

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