Amt Nortorfer Land : 13.000 Solar-Module – jetzt soll auch Bokel Solarstandort werden

Solarpark: Bereits im Mai könnte der Aufbau solcher Photovoltaik-Anlagen in Bokel abgesolssen sein – dafür fehlt nur noch die Zustimmung der Gemeindevertreter.

In Stedesand soll auf 30 Hektar eine Freiflächen-Photovoltaikanlage entstehen.

In der kommenden Woche entscheiden die Gemeindevertreter über zukünftige Fläche für Photovoltaikanlagen.

Matthias Hermann.jpg von
09. Januar 2020, 16:41 Uhr

Solarparks im Kreis Rendsburg boomen. Egal ob beispielsweise in Schönbek bei Bordesholm, in der Nähe von Bredenbek, oder in Emkendorf: In den letzten Jahren wurden immer mehr Flächen für Photovoltaik-Anlagen ausgewiesen. Dass diese häufig in der Nähe von Autobahnen oder Eisenbahntrassen liegen ist kein Zufall, denn hier gelten vereinfachte Bedingungen für Änderungen am Flächennutzungsplan.

Und da hat das Amt Nortorf mit der A 7 und der Bahnstrecke von Hamburg nach Flensburg einen Standortvorteil. Nun soll auch in Bokel die Energie der Sonne „geerntet“ werden.

Einfache Erschließung

Derzeit wird die Fläche nördlich des Neujorker Wegs noch landwirtschaftlich genutzt. Das könnte sich allerdings schon ab Mai dieses Jahres ändern. Geplant ist, dass auf der rund fünf Hektar großen Fläche ein Solarpark entstehen soll. Der Standort ist nicht zufällig gewählt: Im Norden schließt der Solarpark Grotenheid auf Emkendorfer Gemeindegebiet an.

Von dort aus würde die Erschließung der neuen Fläche über den bereits existierenden Grenzweg erfolgen. Ein Ausbau der öffentlichen Straßen ist für die Realisierung des Vorhabens somit nicht notwendig.

Zustimmung nicht gefährdet

Die Zustimmung der Gemeindevertretung hingegen schon. Doch die sieht Bürgermeister Ralf Horstmann nicht gefährdet.

Die Gemeinde ist positiv gegenüber erneuerbaren Energien eingestellt. Wenn jemand Probleme mit dem Vorhaben hätte, wäre auf der Einwohnerversammlung im vergangenen Jahr die Möglichkeit dazu gewesen, diese zu äußern. Ralf Horstmann, Bürgermeister
 

Damals waren der potenzielle Betreiber und das Planungsbüro vor Ort anwesend.

Amt Nortorf beliebter Solar-Standort

„Von Bürgerseite gab es keine Einsprüche gegen den geplanten Solarpark“, bestätigte auch Marcus Dröge vom Amt Nortorfer Land. Die Planungsunterlagen hatten beim Amt zwischen dem 18. November und dem 19. Dezember ausgelegen. Damit sieht es gut aus, dass das Amt Nortorf neben den zwei bereits existierenden Solarparks in Emkendorf, dem in Ellerdorf, sowie den geplanten Solarparks in Krogaspe und Dätgen einen weiteren Photovoltaik-Standort bekommt.

Hohe Akzeptanz in der Bevölkerung

Insgesamt ist die Akzeptanz von Solaranlagen in der Nachbarschaft deutlich höher als die von Windkraftanlagen – sowohl bei Anwohnern, als inzwischen auch bei Investoren. Grund hierfür sind die langen Genehmigungsverfahren bei Windparks und die zunehmenden Rechtsstreitigkeiten. Statt „Windmüller“ zu werden, würde sich häufiger zu einem Betrieb von Photovoltaik-Anlagen entschieden werden.

Betreiber kommt aus Hamburg

Betreiber des Solarparks in Bokel soll wie auch an den anderen Standorten im Amt Nortorfer Land die Firma „Enerparc“ aus Hamburg werden. Das 2009 gegründete Unternehmen betreut weltweit über 200 Projekte in 18 Ländern und ist in Deutschland führend, was den Bau und die Planung von Photovoltaik-Anlagen betrifft. In den letzten Jahren hat Enerparc in ganz Europa Solarparks mit mehr als 2500 Megawatt Leitung ans Netz gebracht.

Trotz der begrenzten Sonnenstunden ist auch Schleswig-Holstein als Standort attraktiv: Zum einen aufgrund der realtiv güntigen Flächenkosten zum anderen – wie auch im Rest von Deutschland – durch den gesicherten Stromabnahmevertrag, durch den Rendite erzielt werden können.

Hinweis: In der ursprünglichen Version des Artikels war von 49 Hektar die Rede, richtig sind 4,9 Hektar. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

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