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Grosses Interesse : 120 000-Euro-Lücke bei Flüchtlings-Sprachkursen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

14 Anbieter beantragen Mittel von mehr als 150 000 Euro – aber nur 35 000 Euro waren vorgesehen.

Mit einem derart hohen Interesse hatte wohl niemand gerechnet: Die vom Kreis zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel für Sprachkurse reichen bei weitem nicht aus. Ämter, Gemeinden und Volkshochschulen haben seit Beginn des Jahres Anträge mit einem Volumen von mehr als 150  000 Euro gestellt. Dadurch ist eine Deckungslücke von fast 120  000 Euro entstanden.

Es geht um Flüchtlinge, die ohne das Geld vom Kreis kaum eine Chance darauf haben, die deutsche Sprache zu lernen. Denn wer Aussicht darauf hat, in Deutschland Asyl zu erhalten, hat ohnehin Anspruch auf einen Sprachkursus aus Mitteln der Integrationspauschale, die für jeden Flüchtling vom Land gezahlt wird. Voraussetzung dafür ist eine Anerkennungsquote von mindestens 50 Prozent. Das ist etwa bei Syrern der Fall. „Mit den Kreis-Sprachkursen sollen alle gefördert werden, die durch dieses Raster fallen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Kai Dolgner in der jüngsten Hauptausschusssitzung. Das betreffe beispielsweise Afghanen, bei denen die Anerkennungsquote lediglich bei 48 Prozent liege.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Kreis-Politiker das Problem erkannt und Mittel für Sprachkurse bewilligt. 35  000 Euro schienen ihnen damals angemessen. Zunächst tröpfelten die Anträge auch nur vereinzelt bei der Verwaltung ein, sodass das Geld auszureichen schien. Doch eine Bestandsaufnahme im März zeigte, dass inzwischen 14 öffentliche Träger Mittel für ihre Sprachkurse beantragt hatten. „Die Anträge zeigen, dass ein großer Teil der Asylbewerber in diese Kategorie fällt“, sagte Thorsten Schulz (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Sozial- und Gesundheitsausschusses. „Vor allem bei der Volkshochschule Rendsburg und dem Eckernförder Verein Umwelt-Technik-Soziales (UTS) geht es um erhebliche Summen.“ Tatsächlich beansprucht UTS mit 37  200 Euro den größten Einzelposten. Bei der VHS Rendsburg sind es 18  600 Euro. Beiden sind schon Gelder vom Hauptausschuss bewilligt worden – jeweils 12  400 Euro. Damit sind die vorgesehenen Mittel bereits zu mehr als zwei Dritteln aufgebraucht. Wie nun mit den übrigen zwölf Anträgen umgegangen wird, berät heute der Sozial- und Gesundheitsausschuss öffentlich ab 17 Uhr im Sitzungssaal 2 des Kreishauses an der Kaiserstraße 8 in Rendsburg. Unter den weiteren Antragstellern finden sich die Volkshochschulen aus Hanerau-Hademarschen, Hohenwestedt, Nortorf, Rieseby, Karby und Fleckeby sowie die Ämter Hüttener Berge, Schlei-Ostsee und Dänischer Wohld. Auch die Gemeinden Altenholz, Damp, Kronshagen und Fockbek sowie der Freundeskreis Flüchtlinge Flintbek sind darunter. Insgesamt sollen rund 420 Asylbewerber in guten 30 Kursen unterrichtet werden.

Die übrigen Mittel reichen nun aus, um jedem Träger 30 Euro pro Teilnehmer zukommen zu lassen. „Ich denke, für jeden bleibt ein angemessener Beitrag hängen“, sagte Thorsten Schulz auf Nachfrage der Landeszeitung. Seine Fraktion will ihm zufolge im Ausschuss vorschlagen, die Mittel zu erhöhen. Das Geld soll aus dem 300  000-Euro-Topf für Integrationszwecke kommen, der im vergangenen Jahr beschlossen wurde. Darin sind bereits die 35  000 Euro für die Sprachkurse berücksichtigt, aber auch 150  000 Euro für Angebote des Nordkollegs sowie 115  000 Euro zur freien Verfügung. Er hoffe, dass sich die Mehrheit des Ausschusses dazu entscheidet, sodass am Ende 60 bis 70 Euro pro Teilnehmer ausgezahlt werden können. Egal was beschlossen wird, der Hauptausschuss muss dem ebenfalls noch zustimmen.

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erstellt am 13.Apr.2016 | 06:00 Uhr

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