Hollingstedt : 118 Jungstörche in der Region

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Beringung und Bestandsaufnahme der Population: 42 Horstpaare brüteten in diesem Jahr in Stapelholm – vier weniger als im Vorjahr.

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22. Juli 2015, 05:59 Uhr

In Schleswig-Holstein sind in diesem Jahr 270 Horstpaare eingetroffen, zehn Prozent weniger als 2014 (293 Paare). Die Zahl der Jungstörche wird aber mit rund 520 gleich sein. Die gute Wetterlage und das große Nahrungsangebot hat sich positiv auf die Geburtenrate ausgewirkt. In den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg wurden insgesamt 118 Jungstörche aufgezogen. Die ersten Störche kamen bereits ab dem 26. Februar in die Region zurück. Die ersten Jungen schlüpften Ende April, viele aber erst sehr viel später. So mussten die Beringungen zu unterschiedlichen Zeiten durchgeführt werden, da die Jungstörche erst eine gewisse Größe erreicht haben müssen. Die ersten Nestbesichtigungen ließen auf ein gutes Storchenjahr hoffen.

Die Hollingstedter Storchenfreunde und Jörg Heyna, Weißstorchgebietsbetreuer für die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland, waren auf Beringungstour mit der Hebebühne. Die Beringung ist die erste Bestandsaufnahme der Storchenpopulation. Insgesamt hat Jörg Heyna in den beiden Kreisen 74 Jungstörche beringt, davon etwa 40 im Bereich der Eider-Treene-Sorge-Region. In Schleswig-Flensburg brüteten 42 Horstpaare (46 im Jahr 2014 ), davon 32 Horstpaare mit Jungen (2014: 30 Paare), zehn Horstpaare ohne Junge (2014: 16 Paare). 69 Jungstörche werden großgezogen (2014: 69). Hier gab es zwei Vierer- und sieben Dreierbruten, der Rest sind Zweier- und Einerbruten.

In Bergenhusen nisten 21 Paare, davon haben 13 Paare 29 Junge (Vorjahr 26 Junge) und acht Paare (38 Prozent) sind ohne Junge. „Eine sehr hohe Zahl, die uns Sorgen machen muss“, so Heyna. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde, der von Jürgen Lustig betreut wird, sind 26 Nester belegt (Vorjahr 34), etwa 25 Prozent weniger als im Vorjahr. In 21 Fällen wurde gebrütet (23), 5 Horstpaare ohne Junge (Vorjahr 11), 49 Jungstörche wurden gezählt (57) davon wurden 22 beringt. „Wir haben in unserem Kreis eine höhere Zahl an Ostziehern, die nicht alle zurückgekommen sind, wahrscheinlich durch Schlechtwetterzonen auf dem Rückflug“, so Jürgen Lustig. Es gab zwei Ausfälle, da die Nester durch Kämpfe zerstört wurden. Vier Nester gab es mit vier Jungen, drei mit drei und zehn mit zwei Jungen. Die ersten Rückkehrer unter den Störchen waren Westzieher, die im Süden Spaniens überwinterten und nur einen kurzen Weg in ihre Brutregion hatten. Innerhalb der letzten 30 Jahre hat sich die Population der Störche in Spanien im Winter verzehnfacht auf zirka 60  000. Der Auslöser für das veränderte Zugverhalten ist bisher nicht bekannt. Die Vögel finden auf den Mülldeponien im Haushaltsmüll genug Nahrung. Sie sind während des Zuges von großer Bedeutung. Die Störche nehmen aber dadurch auch Schadstoffe und Krankheitskeime auf. Unklar sei allerdings, ob das Immunsystem der Vögel gut damit umgehen könne und ob es Genveränderungen gebe, die Auswirkungen auf die Brut haben. Ein Drittel der Störche der hiesigen Region sind „Westzieher“.

Der Rückflug der Ostzieher aus der Tschadregion und dem Sudan auf dem afrikanischen Kontinent verzögerte sich dieses Jahr wegen Schneesturms und Unwetter in der Türkei und östlich der Alpen. Die letzten trafen erst Anfang Mai hier ein. Nur 75 Prozent der Ostzieher kamen hier an. Wo die restlichen 25 Prozent abgeblieben sind, ist nicht genau festzustellen.

>http://stoercheimnorden.jimdo.com

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