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100 Jahre alte Eiche gefällt – Naturschützer empören sich

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Vereinsvorsitzender kritisiert Straßenmeisterei während Jahresversammlung / Freude über Brut-Erfolge

Eine Baumfällaktion in Börm sorgt für Aufregung im Naturschutzverein des Ortes. Laut dem Vorsitzenden Hans-Joachim Schoof hat die Straßenmeisterei Schleswig eine etwa 100-jährige Eiche im „Querende“ abgesägt. Der Baum hatte auf einem privaten Wall am Straßenrand gestanden. Diese Aktion sei ohne Abstimmung mit der Gemeinde sowie der Unteren Naturschutzbehörde vorgenommen worden.

Auf Nachfrage erklärte die Straßenmeisterei, dass dieser Baum akut den Verkehr gefährdete und seit zwei Jahren unter Beobachtung stand. Während der Jahresversammlung des Naturschutzvereins Börm hielt Hans-Joachim Schoof dagegen: „Dieser landschaftsprägende Baum steht aber unter dem Schutz des Landesnaturschutzgesetzes.“ Während eines Ortstermins mit der Straßenmeisterei sei es lediglich um überhängende Äste in der Nähe vom Querende gegangen. „Das Fällen der Eiche wurde nicht angesprochen. Tags darauf war sie gefällt“, sagte er. Das hätte vorher abgesprochen werden müssen. „Nach unserer Meinung war der Baum nicht krank. Er hatte alle schweren Stürme ohne Schaden überstanden.“ Empörung kam auf bei den Mitgliedern. Sie vermuten, dass die Eiche gefällt wurde, um Holz zu gewinnen.

Weiter ging der Vorsitzende auf die Aktivitäten des Vereins ein. Im Frühjahr 2015 wurden 1100 Singschwäne und Zwergschwäne, sechs Graureiher und 1000 Graugänse gezählt. „Die Wiesenvogelbeobachtung im Börmer Koog ist zeitraubend, aber notwendig, um genaue Kenntnisse über den Bestand zu erhalten und Schutzmaßnahmen ergreifen zu können“, so Schoof. Der Börmer Koog habe sich mit 183 Vogelarten zu einem sehr schützenswerten Gebiet entwickelt. Es brüten immer mehr Kraniche und Graugänse sowie Singschwäne. Die Kiebitze seien von Februar bis Dezember anzutreffen. Zäune schützen die Gelege der Bodenbrüter vor Nesträubern. In Abstimmung mit zwölf Landwirten wurden acht Hektar in der Brutzeit teilweise mit Zäunen geschützt. Bruterfolge gibt es nur noch in eingezäunten Bereichen: Etwa 2,6 Jungvögel pro Gelege wurden flügge. In Bereichen ohne Zäune liegt die Zahl bei nur 0,37. Größter Räuber ist der Fuchs.

Hervorzuheben sei die Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte. Der Verein möchte das Bewusstsein für die Natur stärken. Mit den Kindern wurden Fahrten zu den Zwergschwänen unternommen. Sie beteiligen sich mit Elan und Begeisterung beim Einsammeln der Kröten an den Krötenzäunen und sie setzten die Kröten in den Laichgewässern aus. 2015 waren es 600 Kröten und 121 Grasfrösche. In der neuen Biotopfläche des Kindergartens am „Meierhof“ werden den Kindern Pflanzen- und Tierwelt näher gebracht. Der Verein hat seine Unterstützung der neuen Außengruppe zugesagt.

Der Vereinsetat ist ausgeglichen. Als größte Ausgabe ist der Kauf eines zusätzlichen Krötenzauns für 2350 Euro ausgewiesen. Beraten wurde über die Einrichtung einer Internetseite für den Verein. Gesa Schürmann schlug vor, dass die Organisation „Schleswig-Holstein vernetzt“ sie einrichten und pflegen soll. Die Aufgabe wurde für zwei Jahre an die Organisation vergeben.

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erstellt am 31.Mär.2016 | 17:38 Uhr

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