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Fussball-Verbandsliga : 0:0 – OTSV erkämpft sich in Unterzahl einen Punkt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Knapp eine Stunde lang stemmten sich zehn Osterrönfelder gegen eine Niederlage und wurden schließlich belohnt.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Markus Meyer entlud sich bei den Spielern von Inter Türkspor Kiel der Frust über das dürftige 0:0 beim abstiegsbedrohten Osterrönfelder TSV. Die Gäste spukten Gift und Galle, stürmten erst auf den Unparteiischen zu, weil der ihrer Meinung nach die Partie in der Fußball-Verbandsliga zu früh abgepfiffen hatte, auf dem Weg in die Kabinen leisteten sie sich dann so manches Wortgefecht mit den Akteuren des OTSV. Doch die ließen sich nicht locken, sondern feierten ihrerseits den Punktgewinn, der sich wie ein Sieg anfühlte, weil die Mannschaft von Trainer Olaf Lehmann eine Stunde lang in Unterzahl spielen musste.

In der 31. Minute hatte Schiedsrichter Meyer OTSV-Keeper Daniel Jeromin nach einer Notbremse außerhalb des Strafraums gegen Kiels Driton Gashi vom Platz gestellt. Da die Osterrönfelder „Zweite“ zeitgleich spielte, hatte Lehmann keinen Ersatztorhüter auf der Bank. Somit wurde Stürmer Florian Kuklinski, der in den vergangenen Spielen noch als Torschütze geglänzt hatte, diesmal zum Toreverhinderer. „Ich stand in der Jugend lange Zeit im Tor. Das war jetzt nichts Ungewohntes für mich“, meinte Kuklinski. „Wir haben eben nicht nur einen Torhüter, der Tore schießt, sondern auch einen Stürmer, der halten kann“, fügte Lehmann schmunzelnd hinzu.

Allzu gern hätte Kuklinski sein Können zwischen den Pfosten auch demonstriert. Allein – er bekam nichts zu tun, und deshalb waren die Kieler wahrscheinlich auch so frustriert. Bis zum Strafraum kombinierten die Gäste gefällig und hatten nach Jeromins Platzverweis natürlich wesentlich mehr Ballbesitz. In aussichtsreiche Schusspositionen kamen sie aber nicht. Immer wieder stellten die Osterrönfelder ein Bein dazwischen, warfen sich in die Schüsse oder schlugen das Spielgerät rustikal aus der Gefahrenzone. Die „gelbe Mauer“ hielt dem Dauerdruck von Inter Türkspor stand. Einmal lag der Ball zwar im Osterrönfelder Tor, doch Gashi stand bei seinem Schuss im Abseits (49.). Auf der anderen Seite verlebte Kiels Schlussmann Aytac Incar zwar ebenfalls einen ruhigen Nachmittag, aber auch ohne eigenen Torerfolg waren die Gastgeber glücklich. „Das war eine 1a-Leistung“, freute sich Lehmann über das engagierte Auftreten seiner Mannschaft. „Nach dem Platzverweis war ich ein bisschen skeptisch, ob die Kraft für eine Stunde in Unterzahl reichen würde, doch die Jungs haben gefightet, als ginge es um ihr Leben. Den Punkt haben sie sich redlich verdient.“

Osterrönfelder TSV: Jeromin – Schäfer, Halver, Mosebach, Zapfe – Weihmann (68. Brütt), Müller, Reimer, Piotraschke (60. Sopha) – Grbavac (84. Dollnick), Kukulinski.

SR: Meyer (Schuby). – Z.: 75.

Tore: Fehlanzeige.

Rote Karte: Jeromin (31., Osterrönfeld, Notbremse).

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