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Landeszeitung

24. Oktober 2017 | 10:15 Uhr

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

von
erstellt am 24.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Man muss schon genau hinschauen: Über Facebook wurde gestern eine Meldung verbreitet, die eigentlich aufhorchen lassen sollte. Es ging darum, dass Rendsburg in der Kriminalitätsstatistik ganz vorne liegt. „Rendsburg – die wahre Hauptstadt des Verbrechens“, wurde eine Zeitschrift zitiert. Die Geschichte hat tatsächlich einen wahren Kern, beinhaltet allerdings Faktoren, die die schockierende Aussage ziemlich stark relativieren.

Da ist zunächst der Internet-Zeitfaktor. Der Bericht ist bereits über zwei Jahre alt. Auf den ersten Blick aber war das nicht erkennbar. Und – Vorsicht – der Bericht bezog sich auf eine Statistik. Die Kriminalisten errechnen Straftaten pro 100 000 Einwohner. Rendsburg war damals tatsächlich die Nummer 1 in Deutschland Das war natürlich beunruhigend. Aber es ist zu bedenken, dass in der Statistik ein Fahrraddiebstahl dieselbe Wertigkeit hat wie ein Mord. Und eine Entführung einem Ladendiebstahl gleichgesetzt wird.

Ein Internet-Betrug von der Hallig Gröde aus würde das idyllische Eiland mit seinen elf Einwohnern auf einen Schlag in die Top Ten der kriminellsten Gemeinden Deutschlands befördern. Dort befand sich auch Alt Duvenstedt einmal. Nicht weil dort besonders viele böse Buben leben. Sondern weil die Autobahn-Raststätte Hüttener Berge zur Gemeinde gehört. Jeder Diebstahl im Tankstellen-Shop, jede nicht bezahlte Tankrechnung und jede erwischte Schleuser-Gruppe wurde Alt Duvenstedt zugerechnet. Das ist zwar statistisch korrekt, hat aber mit der Lebenswirklichkeit überhaupt nichts zu tun.

Man muss schon genau hinschauen – nicht nur bei Facebook.

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