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Büsum und Hedwigenkoog : Knie kaputt, im Schlick gefangen – Doppel-Rettung im Watt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

An der Dithmarscher Nordseeküste muss die Feuerwehr am Sonnabend gleich zwei Mal ausrücken.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 13:23 Uhr

Büsum | Eine verletzte Kitesurferin und eine feststeckende Frau im Watt – gleich zwei Rettungsaktionen hielten Feuerwehr und Sanitäter am Sonnabendnachmittag an der Dithmarscher Nordseeküste auf Trab. So wurde zunächst die Feuerwehr in Büsum (Kreis Dithmarschen) gerufen. In Höhe der „Familienlagune Perlebucht“ hatte sich eine Kitesurferin verletzt. Wie Jens Albrecht, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Büsum, am Sonntag berichtete, hatte sich die Frau etwa 400 Meter vom Ufer entfernt am Knie so schwer verletzt, dass sie selbst nicht mehr gehen konnte. „Die Feuerwehr musste die Patientin auf einer Schleifkorbtrage bis zum Strand ziehen, wo der Rettungswagen bereit stand“, so Albrecht. Die Kitesurferin wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Kurz nach diesem Unfall hatten die Feuerwehrleute ihre Ausrüstung wieder grob gereinigt und wollten ins Büsumer Gerätehaus einzurücken, als sich erneut die Rettungsleitstelle West meldete: Dieses Mal steckte eine Person nur wenige Kilometer nördlich bei Hedwigenkoog im Watt fest. Mehr als eine Stunde soll die Urlauberin bereits im Schlick gefangen gewesen sein, bis der Notruf abgesetzt wurde. „Die Unglücksstelle befand sich über 500 Meter weit vom Deich entfernt“, berichtet der Büsumer Feuerwehrsprecher. Auch der Ehemann sowie eine junge Tochter seien bei ihr gewesen.

Vor Ort hätten die Helfer eine „dramatische Situation“ erlebt, so Albrecht. „Das Watt war so schlickig, dass die Feuerwehrleute sich selbst in eine lebensgefährliche Situation brachten.“ Dazu hatten sie noch Rettungsgerät zu tragen gehabt. Ihnen sei es aber gelungen, sich bis zur Urlauberin vorzuarbeiten, „die mittlerweile schon Anzeichen von Unterkühlung hatte“. Und: „Das Zeitfenster war eng, die Flut hatte bereits eingesetzt.“ Am Ende schafften die Männer mit Hilfe der „vor einigen Jahren selbstgebauten Luftdruckspühllanze“, die 48-Jährige aus Pinneberg zu befreien und auf eine Schleifkorbtrage zu legen. Zusammen mit Feuerwehrkräften aus Hedwigenkoog zogen sie die Frau auf festeren Wattboden, wo ein bereits alarmierter Offshore-Rettungshubschrauber aus St.-Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) landen konnte.

Die Wattwanderin wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Auch ein Feuerwehrmann aus Büsum, der einen Kreislaufkollaps erlitt, musste nach Angaben von Albrecht in eine Klinik transportiert werden. Beide seien später jedoch wieder wohlauf gewesen.  
 

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