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Lokales

23. November 2017 | 14:05 Uhr

Klares Nein zu Plänen für Hafenausbau

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Votum Haseldorfer erteilten Bürgermeister Absage

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2016 | 10:30 Uhr

Schlappe für Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU, Foto): Sein Projekt − der Ausbau des Haseldorfer Hafens − ist bei der Einwohnerversammlung am Donnerstagabend auf breite Ablehnung gestoßen und ist aller Wahrscheinlichkeit vom Tisch. „Das, was Haseldorf ausmacht, sind seine Schilfbestände. Wer Blumenkübel sehen will, soll zu Planten un Blomen gehen“, sagte Jochen Steinhardt-Wulff. Der Haseldorfer fasste damit die Stimmung im vollbesetzten Saal zusammen.

Gut 300 Dorfbewohner waren der Einladung in den „Haseldorfer Hof“ gefolgt. Ihr Votum ist nicht bindend, das Meinungsbild, das sie abgaben, aber eindeutig. Fazit: Je attraktiver das Dorf für Ausflügler wird, desto unwohler fühlen sich seine Bewohner. Auch der Ausbau der schmalen Hafen-Zufahrtsstraße Achtern Dörp fiel bei ihnen durch.

„Wir packen den Hafenausbau nur an, wenn die Mitglieder vom Wassersportverein und die Mehrheit der Haseldorfer das Projekt unterstützen“, versuchte Schölermann die Gemüter zu beschwichtigen. „Wenn der Hafenausbau nicht gewünscht ist, lassen wir das und geben die Fördergelder zurück.“

Im Vorwege hatte er bei der Aktivregion Pinneberger Marsch und Geest und der Metropolregion Unterelbe um Unterstützung geworben – und erhalten. Das mit 370  000 Euro veranschlagte Hafen-Projekt mit barriere-freiem Schwimmsteg, Wohnmobilplätzen, Promenade, und E-Bike-Station würde mit insgesamt rund 190    000 Euro gefördert werden. Die Bürger fühlten sich offenbar abgehängt bei der Planung.

In den vergangenen Monaten hatte sich Wut aufgestaut, die jetzt in Worte gefasst wurde. Den aufgebrachten Beiträgen begegnete der Bürgermeister mit Sachlichkeit. Er hörte sich die Fragen der Haseldorfer an und beantwortete sie gemeinsam mit dem Expertenteam, das er eingeladen hatte: Kreismitarbeiter Rüdiger Langels, Stefan Wendt vom Wegeunterhaltungsverband, Christian Brütt vom Ingenieurbüro Lindemann und Ulrich sowie Schall- und Lichtschutzexpertin Bianca Berghofer.


Ausbau-Gegner: Infrastruktur ist am Limit


Zwei Argumente der Hafenausbau-Gegner erwiesen sich als schlagkräftig: Die Haseldorfer Infrastruktur sei am Limit und nicht auf noch mehr Menschen ausgerichtet. Außerdem stünden im Ort andere Aufgaben an, die Geld kosten. Der Neubau beziehungsweise die Sanierung der Turnhalle und der Bau von Räumen für die Betreuungsklasse der Grundschule wurden als Beispiele genannt.

Eine Restchance, das Hafen-Projekt zu realisieren, besteht für den Bürgermeister darin, die Wassersportler zu überzeugen. Der Verein will zeitnah zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einladen. Seite 4

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