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Ein Artikel der Redaktion

Am Fähranleger in Beidenfleth Thorsten Luft und Freya Peters bieten Speisen und Getränke in der Fährbude

Von Sabine Kolz | 31.03.2021, 13:11 Uhr

Mit einem neuen Kioskangebot neben dem ehemaligen Fährhaus wird auch ein Stück Dorf-Geschichte wieder lebendig.

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Ob zu Fuß, per Fahrrad, auf dem Motorrad oder im Auto – Wer an den Fähranleger Beidenfleth kommt, dessen Blick fällt unweigerlich auf ein Transparent: Fährbude steht darauf, und es weist zu einem in unmittelbarer Nähe stehenden Kiosk hin. Mit der Fährbude wird dort quasi Dorf-Geschichte ein Stück weit wiederbelebt.

Fährprivileg seit 1620

Seit 1588 werden in Beidenfleth Fußgänger über die Stör gebracht, seit 1620 gibt es das Fährprivileg. Knapp 220 Jahre später wurde dem damaligen Fährmann Simon Ralfs die erste Krügerkonzession von König Friedrich VI. erteilt. Ralfs war es verboten, selbst Bier zu brauen oder Branntwein zu brennen, seine Gäste im Fährhaus durften nicht „übermäßig Saufen und Schwelgen“, wie es historisch überliefert ist.

Nach der wechselvollen Geschichte des Beidenflether Fährhauses hat Thorsten Luft aus Hamburg vor fünf Jahren das Anwesen gekauft, um dort zu wohnen. „Als wir im Garten gesessen und die vielen Rad- und Motorradfahrer auf der Fähre gesehen haben, kam die Idee, dass hier ein Imbiss fehlt“, erzählt Luft. Er und seine Partnerin Freya Peters sahen darin eine Chance, die Fähre weiter zu beleben und noch bekannter zu machen.

„Ich bin im Deichvorland der Stör der einzige Gastwirt mit einer Schankerlaubnis.“
Thorsten Luft, Betreiber der Fährbude

Als sich Thorsten Luft die Gelegenheit bot, kaufte er sich einen mobilen Verkaufswagen, den er jetzt als Kiosk in seine Auffahrt neben dem Fähranleger gestellt hat. Er will seine Fährbude selber bewirten, hat dazu bei der IHK Kiel eine Schulung besucht und die „Erlaubnis einer Schank- und Speisewirtschaft “ erlangt. „Ich bin im Deichvorland der Stör der einzige Gastwirt mit einer Schankerlaubnis“, sagt er schmunzelnd. Die behördliche Abnahme ist erfolgt, der Betrieb kann unter Corona-Regeln starten.

Mit „Fähr-Pflegung“ verwöhnen

Ab Ostern wollen Thorsten Luft und Freya Peters am Beidenflether Fähranleger Gäste mit „Fähr-Pflegung“ kulinarisch verwöhnen. Dabei setzen sie auf regionale Produkte, arbeiten mit dem örtlichen Markttreff und dem ortsansässigen Bäcker zusammen. „Wir wollen nicht nur Pommes-rot-weiß“, betont Luft. Die Fährbude bietet neben Getränken und Kaffeespezialitäten belegte Brötchen mit Lachs, Glückstädter Matjes oder Kremperheider Eiersalat. In den Hotdogs stecken Beidenflether, Grevenkoper und Dithmarscher Würste. Und natürlich gibt es auch Pommes – aus Süßkartoffeln, aber auch „ganz normale“.

Geöffnet an Wochenenden und Feiertagen

„Wir werden unsere Karte mit den Wünschen unserer Kunden abstimmen“, kündigt Thorsten Luft an. Ob Brat- oder Currywurst mit Pommes, ob Hotdog oder Kaffee und Kuchen, Thorsten Luft ist flexibel. Geöffnet hat die Fährbude immer am Wochenende und an Feiertagen zur Mittagszeit und bis die Fähre Feierabend macht. – Außer bei schlechtem Wetter.