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Ferienprogramm in Hohenlockstedt Kunsthaus M1: Kreativer Umgang mit Corona

Von dgt | 30.07.2020, 17:10 Uhr

Ferienprogramm für Jugendliche im Kunsthaus thematisiert die Folgen der Pandemie für den Alltag der jungen Teilnehmer.

An Corona führte auch im Sommerferienprogramm kein Weg vorbei: Da sind zum einen die strengen Hygieneauflagen, die die zehn- bis 17-jährigen Teilnehmer im Kunsthaus M.1 in Hohenlockstedt beachten mussten. Zum anderen beschäftigten sich aber auch ihre Workshops künstlerisch mit dem Thema Nummer 1.

14 Tage lang bot das M.1 unter der Leitung von Claudia Dorfmüller im Rahmen des Lokalprogramms der Arthur Boskamp-Stiftung ein kurzweiliges Programm – in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jugendzentrum und in engem Austausch mit der Wilhelm-Käber-Schule. Einige Jugendliche waren zum ersten Mal dabei, andere bezeichnete Projektassistentin Maria Nydahl als „Wiederholungstäter“. Unter dem Motto „Holo Szenen Experimente“ fertigten die 19 Teilnehmer des zum dritten Mal stattfindenden Ferienprogramms Comics, Handyfilme oder filmische Animationen an. Präsentiert wurden die Ergebnisse nun im Rahmen eines Abschlussfestes, zu dem auch die Eltern geladen waren.

„Es hat richtig viel Spaß gemacht“, sagt Lukas (12). Gemeinsam mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Leon hatte er sich für den Workshop „Experimenteller Film“ entschieden. Neben dem eigentlichen Dreh standen auch das Schreiben, Scribbeln und Inszenieren auf dem Plan. „Wir wollten auf die vergangenen Monate reagieren, die durch Corona alles durcheinander gebracht haben“, sagt Nydahl. In Einzel- und Teamarbeit erzählten die Kids in ihren Kurzfilmen, was es für sie persönlich bedeutet habe, Abstand zu halten, zu Hause zu bleiben oder auf Umarmungen und Berührungen verzichten zu müssen.

Gemeinsam mit ihren Workshopleitern Lara Dade und Christian Limber stellten sie sich zudem die Frage: „Was ist lebensrelevant und was geht eigentlich gerade hier ab?“ Auf experimentelle Art und Weise verfilmten die jungen Teilnehmer ihre Gedanken und erzählten nebenbei, „was bei ihnen so läuft“. Wichtig aber war den Workshopleitern, die aus Künstlern, Kulturvermittler und Pädagogen bestanden, aber auch, dass die Kinder und Jugendlichen lernen, eigene Ideen zu entwickeln, Methoden und künstlerische Techniken zu nutzen und daraus etwas Eigenes entstehen zu lassen.

Auf Entdeckungsreise gingen die Teilnehmer des zweiten Workshops gemeinsam mit ihren Leitern Christian Diaz und Miriam Trostorf und erkundeten dabei „Spaces und Places“. Die Kinder sollten für sich persönlich die Frage beantworten, was Hohenlockstedt eigentlich für ein Ort sei und wohin sie das eigene Quarantäne-Leben „gebeamt“ habe. Einer der Teilnehmer war der 13 Jahre alte Yuxiang, der zu seinem Skript Drachen und Dämonen zeichnete. Gemeinsam lernten die jungen Teilnehmer, wie sie aus Zeichnungen, Collagen oder Fotos ein Szenenbuch bauen und daraus ein experimentelles Buch oder einen kleinen Animationsfilm produzieren.

Neben den Workshops standen auch kurzweilige Aktivitäten wie Ausflüge, Spielenachmittage oder Spaziergänge auf dem Plan.