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Umstrittene Autobahn Kreis Steinburg: Grünen-Sprecher Manfred Sallach fordert Stopp für A20-Planung

Von sro | 11.08.2020, 16:35 Uhr

Für den Grünen ist die Autobahn aus der Zeit gefallen und ein klimaschädliches Projekt.

„Warum brauchen wir die A20 und den Elbtunnel bei Kollmar und Glückstadt nach Drochtersen?“, fragt Manfred Sallach. Der Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Steinburg liefert die Antwort gleich mit: „Weil der Hamburger Elbtunnel voll ist und somit um etwa 16.000 Transit-Fahrzeuge pro Tag entlastet werden soll. Es ist also ein Lösungsversuch gegen das Verkehrschaos in der Hamburger Metropole.“

Die Idee stamme aus den Anfängen der 1990er Jahre, als Planer den Autoverkehr als einzige ökonomische Maßnahme gesehen haben. Sallach sagt:

„Mittlerweile haben die meisten Menschen eingesehen, dass wir die Erderwärmung nicht stoppen werden, wenn wir den motorisierten Individualverkehr nicht verringern.“
Manfred Sallach, Sprecher der Grünen im Kreis Steinburg

Die A20 sei aber ein Prestigeprojekt, das weiter verfolgt werden müsse, damit CDU und FDP in Schleswig-Holstein nicht ihr Gesicht verlören. Die Grünen hätten sich im aktuellen Koalitionsvertrag, wider besseren Wissens, zur Weiterführung des A20-Projektes verpflichten lassen. „Sinnvoll ist der Tunnel zwischen Glückstadt/Kollmar und Drochtersen aber nicht“, betont Sallach.

ÖPNV stärken sinnvoller

„Ich plädiere für einen Stopp des A20-Tunnel-Projekts.“ Alternativ sollten Bahnverbindungen gestärkt, der Busverkehr attraktiv gestaltet, Radfahrern der Schul- oder Arbeitsweg erleichtern und der motorisierten Individualverkehr verringert werden. Zur Entlastung des Lkw-Verkehrs empfiehlt Manfred Sallach, die Fähre zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven zu reaktivieren.

Den versprochenen wirtschaftlichen Aufschwung durch Gewerbeansiedlung an der A20 Trasse sieht der Grünen-Sprecher nicht. Vor allem das transportintensive Gewerbe werde sich nur um- nicht ansiedeln. Im Gegenteil: Sozial- und Kulturräume um Süderau, Herzhorn, Steinburg, Sommerland, Engelbrechtsche Wildnis, Hohenfelde, Kollmar, Glückstadt und Grevenkop würden zerschnitten. „Die Autobahntrasse wird zur Barriere nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen, die an ihr leben müssen“, befürchtet Manfred Sallach.

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INFO: Für eine Diskussion sind Interessierte zu den monatlichen Netzwerktreffen jeden ersten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr im Grünen Treff, Reichenstraße 11, in Itzehoe eingeladen. Diese finden derzeit allerdings meist als Videokonferenz statt. Termine und Zugangsdaten unter: www.gruene-steinburg.de