Ein Artikel der Redaktion

Kollmar Kollmaraner sammelt Müll am Strand

Von Christine Reimers | 11.08.2010, 07:17 Uhr

Der Bielenberger Strand könnte so schön sein.

Wenn da nicht der viele Müll und die Hundehaufen wären. Gegen den Unrat unternimmt die Gemeinde jetzt etwas. Sie hat eine Kraft engagiert, für Ordnung zu sorgen. Michael Tjarden läuft jeden Tag am Strand entlang und sammelt ein, was andere hinterlassen haben.

"Es sind sehr viele Flaschen. Manche sind schon kaputt geschlagen", sagt der 20-jährige Kollmaraner. Tjarden ist über die Firma "Mikro Partner" wöchentlich für 30 Stunden eingestellt - als Ein-Euro-Jobber, denn Mikro Partner vermittelt für die Arge. Für die Gemeinde entstehen keine Kosten. Sie übernimmt lediglich die Betreuung und stellt das Arbeitsmaterial. Den kleinen Anhänger, auf dem Michael Tjarden den Unrat sammelt, stiftete Bürgermeister Dr. Klaus Kruse. Das Rad besorgte der Gemeindearbeiter.

Dr. Kruse ist froh, dass der Müll beseitigt wird. Die Strandflächen gehören dem Land, zuständig wäre eigentlich das Amt für Küstenschutz, erklärt der Bürgermeister. "Es kümmert sich aber keiner darum." Das Gebiet zwischen Bielenberg und Kollmar ist Naturschutzgebiet. Das scheint diejenigen, die die Strände nutzen, kaum zu interessieren. Besonders an dem Teilstück nahe des Bielenberger Hafens fehle das Bewusstsein der Badegäste. Dr. Kruse weiß von Anliegern, dass diese am Strand Müll sammeln gehen, weil sie den Unrat nicht mit ansehen können.

Unsere Zeitung erreichte auch ein Brief von Sabine Huber, die sich über den Müll beklagt. "Jahre haben wir auf solch einen Sommer, wie wir ihn nur noch aus der Kindheit kennen, gewartet", schreibt sie. "Ungetrübtes Vergnügen ganz in der Nähe" wollte sie am Bielenberger Strand nutzen. "Doch schon nach einigen Strandbesuchen, blieb das Vergnügen bereits auf der Strecke. Sobald wir auch nur einen Fuß auf den Sand gesetzt hatten begann der Slalom-Lauf. Wir mussten leeren Flaschen, Papptellern, Plastikbechern und -tüten, Grillschalen, Kohle-Resten und weiteren ungezählten Müllhäufchen aus dem Weg gehen."

Auch sie moniert, wie viele andere auch, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere einfach liegen lassen. "Ich würde mir wünschen, dass alle Strandbesucher bewusster mit unserer und ihrer Umwelt umgehen."

Viele Bielenberger sind genervt, mittlerweile wird schon vom "Hundestrand" gesprochen. Beobachtet wurde, dass Kleinbusse ankommen und ganze Hundescharen ohne weitere Aufsicht herausgelassen werden. Eigentlich dürfen Hunde dort wegen der Schafhaltung nicht frei herumlaufen.

Ein weiteres Problem: Auch Menschen nutzen den Strand und die Büsche als Toilette. Und das, obwohl es eine öffentliche Toilette gibt - in einem grünen Container auf der Deichinnenseite auf der Deichüberfahrt und dem Gasthof Elbblick.

Ungelöst ist das Parkplatzproblem. Am Strand selbst gibt es ein gutes Dutzend Parkplätze, dazu kommen welche für Bootsbesitzer. Viele Strandgäste parken deshalb an der engen Straße - trotz Parkverbot. Weitere Plätze gibt es in Richtung Steindeich, an der Ostseite Bielenbergs. "Dort gehen auch viele über den Deich und sind direkt am Sandstrand", erklärt Dr. Kruse. "Aber das ist alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man die Gesamtzahl der Besucher sieht. Vorschläge, um das Problem zu lösen, sind willkommen."

Was viele Strandbesucher in Bielenberg auch ignorieren, ist das Badeverbot. Es wurde wegen gefährlichen Strömungen ausgesprochen.