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Feuer in der Kirchenstraße Angriff auf Moschee und türkischen Gemüseladen in Itzehoe

Von Christopher Chirvi/ sh:z | 11.03.2018, 16:37 Uhr

In der Nacht zu Sonntag wurden zunächst die Fensterscheiben des Gebetshauses eingeschlagen, dann brannte ein türkisches Geschäft.

Zuerst wurden Fensterscheiben an der Moschee eingeschlagen, dann brannte ein türkischer Obst- und Gemüseladen in der Kirchenstraße. Polizei und Feuerwehr sind in der Nacht zu Sonntag zu zwei Einsätzen in der Itzehoer Innenstadt gerufen worden.

Wie Polizeisprecher Stefan Hinrichs berichtet, hörte der Sohn des Imam der Moschee an der Wilhelm-Biel-Straße gegen 2.25 Uhr zunächst Stimmen auf dem Grundstück der zugehörigen Wohnung. Anschließend beobachtete er, wie mehrere Scheiben des Gebäudes durch zwei Männer beschädigt wurden, die anschließend flüchteten.

Etwas später, zwischen 3 und 3.20 Uhr, entdeckten Passanten einen Feuerschein an einem Obst- und Gemüseladen in der Kirchenstraße. Dort hatten die draußen stehenden Auslagenständer, aber auch Teile des Gebäudes Feuer gefangen. „Ein 27 jähriger Itzehoer regierte dabei vorbildlich und klingelte die Bewohner des Hauses heraus“, so Hinrichs. Über dem Laden hielten sich acht Personen auf, die unverletzt ins Freie gelangten.

Zunächst bekämpften Polizisten mit Handfeuerlöschern den Brand, kurz darauf war auch die Freiwillige Feuerwehr vor Ort. „Bei Eintreffen der ersten Kräfte war bereits die Eingangstür geborsten und Flammen und Rauch schlugen ins Gebäude“, so Feuerwehr-Sprecher Sven Winter. „Ein Trupp unter schwerem Atemschutz begann sofort mit den Löschmaßnahmen. Parallel dazu wurde das angrenzende Wohnhaus kontrolliert, da sich der Rauch bereits bis dorthin ausgebreitet hatte.“

Am Gebäude entstand ein „nicht erheblicher Schaden“, so Hinrichs, wobei sich die Schadenshöhe noch nicht beziffern lasse. An der Moschee entstand laut Einschätzung der Polizei ein Sachschaden von etwa 1500 Euro. Verletzt wurde in beiden Fällen niemand.

Inzwischen ermitteln die Kriminalpolizei sowie die Abteilung für politische Delikte. „Ein Zusammenhang beider Taten ist im Moment nicht auszuschließen“, sagt Hinrichs. „Erkenntnisse zum Tatmotiv liegen bislang nicht vor.“ Wie der Polizeisprecher berichtet, ergeben sich derzeit keine Anhaltspunkte für eine fremdenfeindliche Tat. „Auch ein möglicher Zusammenhang zu dem türkisch-kurdischen Konflikt infolge der Militäroffensive in Afrin/Syrien wird geprüft“, so Hinrichs.

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