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Ausbildungsmesse am RBZ Itzehoe Azubiz mit Überraschungen – Was man beim Demolieren von Autos lernen kann

Von Kristin Finke | 23.09.2022, 17:21 Uhr

Berufe kennenlernen, die man vorher noch nicht kannte oder mehr über ein Praktikum im Wunschunternehmen erfahren: Schüler konnten bei der Azubiz am Freitag, 23. September, in unterschiedliche Berufe reinschnuppern. 120 Aussteller waren vor Ort.

Die Zeit rast, nach vielen Jahren Schulalltag ist auf einmal der Schulabschluss in der Tasche. Und was kommt dann? Am Freitagvormittag, 23. September, konnten sich Schüler aus Itzehoe und Umgebung wieder am Regionalen Berufsbildungszentrum Steinburg (RBZ) in Itzehoe über mögliche Berufswege informieren. Insgesamt 120 Aussteller seien mit dabei gewesen, sagt Marie Kluthe, RBZ-Lehrerin und Organisatorin der Ausbildungsmesse Azubiz. Außerdem gab es mehr als 48 Vorträge.

Buntes Treiben drinnen und draußen

Im vergangenen Jahr war die Ausbildungsmesse aufgrund der Corona-Pandemie als Open-Air-Event ausgelegt. Nun konnten die Stände auch wieder in die Klassenräume ziehen.

Eine Gruppe von Schülern kritisierte jedoch, dass sie nicht wirklich wisse, wo welcher Stand zu finden sei. „Das ist eine gute Anregung“, sagte Organisatorin Kluthe. Dafür habe man eigentlich schon Schüler an den Eingängen postiert, die Flyer verteilten. Darunter auch Mieke Meier (17), die die Azubiz das erste Mal in der 8. Klasse besucht hat. Nach Corona sei in diesem Jahr auf jeden Fall wieder mehr los, finde sie.

Bei der Ausbildungsmesse standen wie auch in den Jahren zuvor wieder vor allem Azubis Rede und Antwort. Aimée Kröhnke ist zurzeit im dritten Lehrjahr zur Mikrotechnologin und machte schon durch ihre Kleidung auf ihre Ausbildung aufmerksam: Sie trug einen weißen Overall, der im Reinraum getragen werden muss.

Sie sei bereits auf einer anderen Messe gewesen, wo die Schüler überwiegend jünger waren. Ihr Fazit: „Es ist praktischer, wenn die Schüler älter und kurz vor ihrem Abschluss sind.“ Dann hätten sie sich schon eher Gedanken über den beruflichen Werdegang gemacht. Ein anderer Azubi ergänzte, dass die Barriere viel geringer sei, wenn das Alter der Schüler ungefähr dem eigenen entspreche.

Viel zum Selbst ausprobieren

Das Auto vom Schrottplatz kam auf der Messe noch ein letztes Mal zum Einsatz. Nicht zum Fahren, sondern um es mit Schlüssel, Hammer und weiteren Gegenständen zu demolieren. Auszubildende Michelle Theede erzählte:

„Das sieht nach Spaß aus, aber genau das bearbeiten wir später.“
Michelle Theede
Auszubildende

Die 21-jährige macht zurzeit ihre Ausbildung bei den Itzehoer Versicherungen. Wenn sie dort eine Schadensmeldung bearbeiten solle, könne sie besser einschätzen, inwiefern die tatsächlichen Schäden mit denen in eine Meldung beschriebenen zusammenpassen.

An einem anderen Stand stellte Charlotte Steinert (18) die Ausbildung zur Bürokrauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement vor. Sie ging davon aus, dass die meisten sich „nur viele Stifte mitnehmen“ würden, wurde aber vom Gegenteil überzeugt. Sie sei außerdem überrascht, wie viel vorgestellt werde, „was man jetzt noch nicht so kennt“.

Aber nicht nur Unternehmen präsentierten sich, auch schulinterne Ausbildungswege und spezielle RBZ-Angebote wurden auf der Messe dargestellt. So informierte eine Schüler-Team über das Engagement des Regionalen Berufsbildungszentrums in Tansania. Alle zwei Jahre reist eine Gruppe von Lehrern und Schülern dorthin, um mit verschiedenen Projekten insbesondere im Bereich von Sanitäranlagen und autarker Stromversorgung Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Mit selbstgebackenen Kuchen sorgten sie neben anderen Essensständen für Verpflegung. Das gesammelte Geld soll in die nächste Reise im Januar fließen, erklärte Lea Thomsen.

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