zur Navigation springen

tiernamen ins bewusstsein rücken : Zweisprachig in der Arche Noah

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Berührungsängste gab es keine, weder diesseits noch jenseits des Gatters: Der Besuch des Kindergartens „Arche Noah“ beim Ziegenhof Matzen in der Oevenumer Marsch war ein ganz besonderer Höhepunkt des Projektes „Üüs büürsteed“ (Unser Bauernhof).

Berührungsängste gab es keine, weder diesseits noch jenseits des Gatters: Der Besuch des Kindergartens „Arche Noah“ beim Ziegenhof Matzen in der Oevenumer Marsch war ein ganz besonderer Höhepunkt des Projektes „Üüs büürsteed“ (Unser Bauernhof).

Wiederholt kam der Midlumer Kindergarten in den Genuss von Bundesfördermitteln, weitergegeben vom Frasche Rädj (Friesenrat), da er sich ein weiteres Mal intensiv mit der friesischen Sprachförderung befasste. „Die Hälfte unserer Kinder spricht zu Hause friesisch“, erzählt Eiken Michelsen, die Leiterin der „Arche Noah“, „und in jeder Gruppe gibt es sowohl eine deutschsprachige als auch mindestens eine friesischsprachige Erzieherin.“ Dieser glückliche Zufall ermöglicht es vielen Kindern, selbstverständlich mit einer anderen Sprache umzugehen, und das von Anfang an.

Dennoch, so Michelsen, hätten sich in den letzten Jahren Vokabeln eingeschlichen, die nicht richtig seien. Wie im Deutschen auch gibt es für den Nachwuchs der Haustiere, genau wie für das weibliche und das männliche Tier, einen eigenen Namen. Ein Ferkel (friesisch: gris) ist eben kein „beebiswin“ (Babyschwein) oder babysprachlich „ösche“; Lamm, Fohlen, Entenküken, Kalb – sie alle haben im Friesischen eigene Namen, die im Rahmen des Projektes wieder stärker ins Bewusstsein gebracht werden sollten.

So hat der Midlumer Kindergarten von den Fördergeldern für jede Gruppe einen stabilen Holzbauernhof mit den dazugehörigen Tieren angeschafft, so dass beim spielerischen Umgang die richtigen Vokabeln immer wieder angewandt werden konnten.

Bereits zum Projektstart im Herbst wurden Themenlaternen gebastelt, ein weihnachtliches Krippenspiel war ebenso enthalten wie die Führung im Alkersumer Käserei- Hofladen „üüb fering“. „Seit Tagen schon freuen sich unsere Kinder auf den Besuch des Ziegenhofes“, verrät Erzieherin Maike Petereit. Und in der Tat: Ein munteres, zum Streicheln oder Füttern aufforderndes „Määh“ der kleinen Ziegen stellt offensichtlich jede andere Sprache in den Schatten: Mensch und Tier verstehen sich – wenn es sein muss, auch ohne Worte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen