Föhr : Zwei Kinder und ganz viel Glück

Ingken Martens und ihre beiden Racker.
Ingken Martens und ihre beiden Racker.

Fiete kam noch vor der Schließung des Kreißsaals in Wyk zur Welt, Michel danach in Heide. Ihre Mutter Ingken Martens fühlte sich in beiden Kliniken gut aufgehoben

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01. Februar 2018, 17:30 Uhr

Ingken Martens hatte richtig viel Glück: Zum ersten Mal, als ihr Sohn Fiete im März 2015 geboren wurde – er konnte nämlich noch im Wyker Krankenhaus zur Welt kommen, ein gutes halbes Jahr, bevor dort der Kreißsaal geschlossen wurde. Und dann wieder, als Sohnemann Nummer zwei sich ankündigte: Als sie mit Michel schwanger wurde, war die Föhrer Geburtshilfeabteilung bereits abgewickelt. Und so wusste die junge Familie, dass eine Geburt auf dem Festland auf sie zukommen würde. Die Borgsumerin wurde nicht, wie so viele Insulanerinnen vor ihr, kalt davon erwischt, dass sie ihr Kind nicht mehr im vertrauten Umfeld zur Welt bringen konnte.

Zwar mussten beide Kinder von Ingken Martens per Kaiserschnitt geholt werden, doch traumatische Erfahrungen, wie sie seit der Kreißsaal-Schließung viele junge Mütter machen mussten, blieben ihr erspart. „Als ich mit Michel schwanger wurde, war klar, dass eine Geburt auf Föhr nicht mehr möglich ist, ich hatte dann Zeit genug, mich darauf einzustellen“, sagt sie. Am 4. September 2017 kam der kleine Mann zur Welt, im Krankenhaus in Heide. „Ich hatte mich schnell für Heide entschieden, weil ich da nur Positives gehört hatte“, berichtet die 30-jährige Bankkauffrau. „Ich habe mich dann gegen Ende der Schwangerschaft dort vorgestellt, nach der Untersuchung hieß es, ich solle acht Tage vor dem Geburtstermin kommen.“

Die Klinik habe dann in der Nähe eine Unterkunft für sie, ihren Mann Volker und Fiete besorgt – ein Schlafzimmer mit Bad im Flur und der Möglichkeit, die Küche der Vermieterin zu benutzen. Ende August machte die Föhrer Familie sich auf den Weg nach Dithmarschen. Wieder hatte Ingken Martens Glück. Ehemann Volker, von Beruf Tischler und Brauer, bekam Urlaub, Klein-Fiete konnten die Eltern mit nach Heide nehmen. „Wenn ich ihn nicht hätte bei mir haben können, das wäre schlimm gewesen“, sagt seine Mutter, die so, was ihren Erstgeborenen anging, nur noch eine Sorge hatte: „Hoffentlich kann ihn, wenn es losgeht die Oma noch rechtzeitig abholen und Volker mich ins Krankenhaus begleiten“.

Und wieder war das Glück auf ihrer Seite: Nach einigen Tagen in Heide, die die Familie mit gemeinsamen Unternehmungen ausfüllte, war es soweit. Als es bei Ingken Martens nach dem Blasensprung nicht recht voran gehen wollte, entschied man sich für einen Kaiserschnitt – bis dahin war für Oma Frauke Riewerts Zeit genug, Fiete abzuholen, der dann die drei Tage, die seine Eltern in der Klinik verbrachten, von seinen beiden Großmüttern betreut wurde. „Schlimm ist es, wenn man los muss und sein größeres Kind zurücklässt“, weiß Ingken Martens von anderen Müttern. „Wir hatten dagegen Zeit, Fiete darauf vorzubereiten, dass wir ins Krankenhaus müssen und Oma ihn dann holt.“

Während Fiete also wieder Richtung Insel fuhr, zogen seine Eltern um in ein Familienzimmer der Klinik. Die hätte sich inzwischen auf die Insulaner eingestellt, Paare von der Insel bekämen ohne Aufpreis ein gemeinsames Zimmer und die Ehemänner würden auch mit verpflegt, berichtet Martens. In der Klinik habe sie sich gut aufgehoben gefühlt, „auch wenn es natürlich schöner gewesen wäre, Michel auf Föhr zu bekommen. Hochschwanger fühlt man sich ja doch zuhause am wohlsten“.



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