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Vermisster Ceetin K.: : Zwei Amrumer in U-Haft

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die jungen Insulaner wurden in Chemnitz fetgenommen. Die Ermittler vermuten eine Beziehungstat. Die Leiche des Irakers wurde noch nicht gefunden.

von
erstellt am 09.Okt.2017 | 20:26 Uhr

„Die Suche nach Ceetin K. wird nächste Woche auf Amrum fortgesetzt“, hatte die Pressesprecherin der Flensburger Polizeidirektion, Sandra Otte, am Freitag angekündigt und durchblicken lassen, dass die Mordkommission sicher sei, auf der Insel fündig zu werden. Die Beamten gehen davon aus, dass der seit Ende April vermisste irakische Flüchtling einer Gewalttat zum Opfer fiel (wir berichteten). Die Leiche des 28-Jährigen wurde zwar noch nicht gefunden, doch gestern gaben Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt, dass zwei dringend tatverdächtige Amrumer bereits am Donnerstag in Chemnitz festgenommen wurden.

Es handelte sich dabei um den 26-jährigen Maxim A. und den 20-jährigen Marvin H., die ebenfalls seit Anfang Mai als vermisst galten, aber Anfang Juli wieder auftauchten. Nach Informationen unserer Zeitung waren die beiden Insulaner damals auf ihre Heimatinsel zurückgekehrt um dort einen Einbruch zu begehen. Sie wurden damals auf der Rückfahrt zum Festland auf der Fähre erkannt und in Dagebüll von der Kripo in Empfang genommen und ausführlich befragt, bevor sie – ohne weitere Angaben zu ihren künftigen Vorhaben – weiterziehen durften. Einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden der beiden Amrumer und dem des Irakers hatte die Polizei nach dieser Befragung ausgeschlossen. Der Iraker sei offenbar allein unterwegs, hatten die Beamten seinerzeit bekanntgegeben. „Dass die beiden nichts mit dem Verschwinden von Ceetin K. zu tun hatten, war damals tatsächlich unser Wissenstand“, sagte Sandra Otte gestern. „Aber wir haben mit unseren Ermittlungen nie aufgehört und die intensiviert“. So seien die beiden jungen Amrumer dann wieder in den Fokus gerückt.

Maxim A., Marvin H. und Ceetin K. waren Nachbarn, wohnten auf der Insel in einem Haus. „Als Ursache für die Tötung von Ceetin K. vermuten die Ermittler eine Beziehungstat“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mit. Nähere Angaben zu Tathintergründen wollten weder Sandra Otte noch die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt, machen – „aus ermittlungstaktischen Gründen“, wie beide betonten. Stahlmann-Liebelt erklärte aber auf Nachfragen, dass noch kein Geständnis vorliege, die beiden Männer jedoch als Tatverdächtige gelten würden.

Das Amtsgericht Flensburg habe noch am Donnerstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Untersuchungshaftbefehl für die beiden Insulaner erlassen, die am Freitag dem Amtsgericht in Chemnitz vorgeführt worden seien, das den Haftbefehl bestätigt habe. Derzeit würden die Aussagen der Tatverdächtigen und die bisherigen Erkenntnisse der Kriminalpolizei ausgewertet, heißt es in der Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft, und weiter: „Die Ermittlungen zum genauen Tatgeschehen dauern an. An den Ergebnissen wird sich die erneute Suche nach dem Leichnam orientieren“.

Die beiden Männer sollen nun so schnell wie möglich von Chemnitz in eine schleswig-holsteinische Justizvollzugsanstalt verlegt werden, kündigt Ulrike Stahlmann-Liebelt an. Und Sandra Otte erklärt, dass die Suche nach der Leiche von Ceetin K. auf jeden Fall noch in dieser Woche auf Amrum fortgeführt werden soll. „Wann wir genau kommen, hängt im Moment davon ab, wann wir Fährplätze und Unterkünfte bekommen. Auf dem Festland hätten wir die Suche gar nicht unterbrochen“, sagte Sandra Otte.

Seit dem vergangenen Mittwoch hatte ein 40-köpfiger Suchtrupp, bestehend aus Polizisten und Mitarbeitern des Technischen Hilfswerks, rund um Wittdün das Gelände abgesucht. Dabei waren auch Leichenspürhunde im Einsatz. Auch in dieser Wochen wollen die Beamten laut Otte wieder mit Hunden auf die Insel kommen.


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