zur Navigation springen

Moderne Zeiten in Borgsum : Zuwachs für Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Fast 30 Jahre hatte der Vorgänger seinen Dienst versehen: Nun wurde ein neues Einsatz-Fahrzeug feierlich in Empfang genommen.

Nachdem sich im Dezember bereits die Wyker Freiwillige Feuerwehr über zwei neue Einsatzfahrzeuge freuen konnte, zogen nun die Kollegen aus Borgsum und Witsum nach: Nach 28 Jahren, die das alte Fahrzeug im Dienste der Blaujacken ausgehalten hatte, wurde nun der neue, weitaus größere rote Koloss an die Aktiven übergeben.

Angekommen war das Auto schon im Dezember. Da aber nicht nur Form und Typ des Neuen moderner sind, sondern dieser auch ein ordentliches Maß an zusätzlicher Ausstattung mit sich bringt, musste im Vorfeld fleißig geübt werden, um die neue Technik im Ernstfall sicher und schnell beherrschen und bedienen zu können. Und diese Trainingsphase sei noch nicht ganz abgeschlossen, berichtete Norbert Nielsen, Bürgermeister aus Borgsum und selbst freiwilliger Helfer: „Wir werden sicher noch ein, zwei Mal üben müssen, damit alles reibungslos klappt.“

Auf das neue Fahrzeug kommen in Zukunft einige Dienstjahre zu: „Das ist jetzt unser drittes Auto seit 1972 und es darf auch gut und gerne 40 Jahre halten“, erklärte Nielsen in seiner Rede in der Borgsumer Dorfhalle, wo sich mehr als 200 Kollegen, Kameraden und auch viele Spender versammelt hatten, um das neue Arbeitsgerät in Empfang zu nehmen.

Die angestrebte lange Lebensdauer zu garantieren, müssen die Brandschützer damit allerdings auch gut umgehen können. Und das kostet in diesem Fall richtig Geld: Aufgrund der neuen Ausmaße, die sich nicht nur im Gewicht des Kolosses widerspiegeln, gilt es, neben einer Unterkunft auch ein, besser mehrere passende Fahrer zu finden. Bedeutet für die Wehren Borgusm/Witsum: Vier Kollegen müssen aufs Festland, um in den Besitz des Führerscheins der Klasse C zu gelangen, damit sie den Lkw überhaupt lenken dürfen.

Eine Maßnahme, bei der Kosten von mehreren Tausend Euro anfallen, die den Kaufpreis des Autos von mehr als 130  000 Euro erhöhen. Finanziert wird das alles durch die Kommunen als Träger der Feuerwehren. „Wir haben uns nicht schwer getan, mit der Entscheidung, das neue Auto anzuschaffen. Die Feuerwehr ist das wichtigste Element, das eine Gemeinde haben kann. Da ist es klar, dass wir alles getan haben, was wir konnten“, zeigte sich Bürgermeister Nielsen sichtlich stolz, dass seine Feuerwehr mit über 50 Kameraden gut aufgestellt ist.

Doch die Kommunen haben das Geld nicht allein getragen. Erst durch viele Spenden – von Föhrer Unternehmen und vielen Privatleuten – wurde der Kauf endgültig möglich.

„Das alte Auto war mit seinen 28 Jahren technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand, wir hatten nicht einmal Wasser an Bord. Neben einem Tank haben wir zudem künftig ein Notstromaggregat, Licht, bessere Erste-Hilfe-Möglichkeiten und auch Schaum mit an Bord“, machte der Borgsumer Wehrführer Erik Jensen den technischen Fortschritt, der die hohe Investition begründe, deutlich. Neben zahlreichen Übungen, darunter drei inselweite nachgespielte Großeinsätze, kommen auf das Fahrzeug wahrscheinlich drei bis fünf Einsätze im Jahr zu. Nicht zu vergessen der Tag der offenen Tür, an dem sich die Feuerwehr in Zukunft noch professioneller präsentieren kann.

Doch nicht nur das Auto wurde in Borgsum gefeiert, denn Amtswehrführer Joachim Christiansen hatte noch ein paar Überraschungen auf Lager. Zum einen wurde der Borgsumer Gerätewart Johannes Clausen für seine langjährigen Dienste in den Reihen der Brandschützer auszeichnet. Seit 1985 kümmere sich Clausen um die Technik der Wehr und habe „überragende Dienste“ geleistet, so Christiansen. Als Lohn wurde er nun mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Eine noch größere Ehre wurde dem Borgsumer Feuerwehr-Chef Erik Jensen zuteil. Als dienstältester Wehrführer der Insel wurde auch er für seine besonderen Verdienste um die Feuerwehr geehrt, mit dem Ehrenkreuz in Silber. Der Vorschlag dafür war aus den Reihen der eigenen Wehr gekommen, so dass ein sprachloser Jensen seinen Dank vor allem an seine Kollegen richtete: „Ihr seid eine super Truppe, ohne die vieles hier so nicht möglich wäre.“

So gab es neben dem neuen Auto auch noch zwei alteingesessene Amtsträger zu feiern. Und was den Vorgänger des neuen Fahrzeugs in Borgsum betrifft, so geht dessen Geschichte auf Föhr noch weiter. Die Feuerwehr in Oevenum hat entschieden, den Boliden kostengünstig zu übernehmen. Zwar ist deren Gefährt auch nur ein Jahr älter, allerdings steht hier bald eine Hauptuntersuchung mit unsicherem Ausgang an. So werden die Föhrer Freiwilligen noch einige Monate mit dem alten Bekannten aus Borgsum zusammenarbeiten, bis man auch in Oevenum einen schicken, neuen Koloss in Rot begrüßen darf.

zur Startseite

von
erstellt am 30.Mär.2016 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen