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Wrixumer Mühle : Zustand desolat – Gemeinde handelt

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Damit in dem denkmalgeschützten Bauwerk wieder Getreide gemahlen werden kann: Ein eigens gegründeter Verein soll den Erdholländer sanieren.

shz.de von
erstellt am 20.Jun.2016 | 12:30 Uhr

Vor fast drei Jahren ist alles Leben in der und um die Wrixumer Mühle zum Erliegen gekommen. Das Gebäude „gammelt“ vor sich hin und der desolate Zustand dieses sogenannten Erdholländers aus dem Jahr 1850 ist unübersehbar. Diesen Zustand will die Gemeinde beenden: Sie hat jetzt die denkmalgeschützte Mühle erworben, in der in Zukunft wieder Korn gemahlen werden soll.

Doch die Gemeinde kann es sich nicht leisten, die Mühle zu sanieren. Dies wird nun die Aufgabe des Wrixumer Mühlenvereins sein, der unter Leitung der resoluten Bürgermeisterin Heidi Braun gegründet wurde, die auch zur Vorsitzenden gewählt wurde. Dem Verein gehören bereits über 100 Mitglieder aus ganz Deutschland an. „Nur in Amerika konnten wir noch nicht Fuß fassen.“

Es habe durchaus Investoren gegeben, die Interesse an dem Mühlenareal bekundet hätten. Doch seien deren Pläne nicht mit den baulichen Bestimmungen vereinbar gewesen. „Wir haben uns die Entscheidung zum Kauf nicht leicht gemacht“, so Heidi Braun, und die Gemeindevertretung habe im Vorweg eine funktionierende Mühle besichtigt, um einen Eindruck davon zu bekommen, was alles erledigt werden muss. Denn das große Ziel ist: In der Wrixumer Mühle soll wieder Getreide gemahlen werden – zwar auch als Anschauungsobjekt für interessierte Gäste, aber in erster Linie als ernsthafter Betrieb.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg: Heidi Braun schätzt, dass für die gesamte Sanierung des Bauwerks aus dem 19. Jahrhundert etwa 400  000 Euro aufgewandt werden müssen. Desolat sind unter anderem die Mühlenkappe, die aus Gründen der Sicherheit zunächst abgenommen werden muss, sowie die Flügel, die ersetzt werden müssen. Und das Reetdach ist mehr als löcherig, kann allerdings erst erneuert werden, wenn die augenblicklichen Bewohner, nistende Vögel, ausgezogen sind. Weiter müssen die nassen Außenwände wieder in Schuss gebracht werden.

Damit ist es aber noch nicht getan, denn auch im Inneren gibt es viel zu tun. Das Mahlwerk muss wieder hergestellt, diverse Zwischenböden entfernt und der Bereich des früheren Restaurants soll in den historischen Stand zurückgeführt werden. Dort soll dann künftig auch das Mehl abgefüllt werden.

„Für das Restaurant im jetzigen Zustand würden wir auch keine Genehmigung mehr bekommen“, sagt Heidi Braun, weshalb sie sich einen Neubau für eine Gastronomie vorstellen kann. „Die Planungen dafür sind aber noch nicht abgeschlossen.“ Doch die Beschäftigung mit der weiteren Entwicklung des alten Gebäudes läuft auf Hochtouren, auch mehrere Fachleute wurden bereits eingeschaltet.

In zwei Jahren, so das ehrgeizige Ziel der Vereinsvorsitzenden, soll sich die Wrixumer Mühle wieder in aller Schönheit präsentieren und auch einsatzfähig sein. „Gelingt das nicht, wären nicht nur die Mitglieder traurig, sondern dann wäre auch ich sehr enttäuscht. Wir müssen das zeitnah auf die Beine stellen, solange alle noch euphorisch sind“, betont Heidi Braun. Das setzt aber auch voraus, dass der Wrixumer Mühlenverein, dessen Gemeinnützigkeit bereits vom Finanzamt anerkannt wurde, noch weiter wachsen muss und sich viele Helfer und Sponsoren für das Vorhaben finden. Denn um Fördermittel vom Denkmalschutz zu erhalten, muss der Verein einen Eigenanteil von 50 Prozent aufbringen.

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