Interview : Zuschauer in die Handlung einbinden

Ralf Gagel
Ralf Gagel

Das scheinbar Unmögliche ist sein Geschäft: Der leidenschaftliche Magier will sein Publikum vor allem zum Staunen bringen.

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03. Juli 2015, 16:00 Uhr

Ralf Gagel ist ein Magier, der seit zehn Jahren einmal jährlich Anhänger und Skeptiker im Kurgartensaal verzaubert. Doch auch er selbst ist verzaubert: Von der Insel, ihrer Landschaft und den Lichtverhältnissen, die den leidenschaftlichen Fotografen stets aufs Neue begeistern.

Herr Gagel, wie sind Sie zur Zauberei gekommen?
Der Wunsch nach Zirkus und Zauberei war sehr früh da. Fasziniert haben mich die Reader’s-Digest-Bücher, die es damals monatlich gab und in denen regelmäßig über Zauberkunst berichtet wurde.

Sie präsentieren je ein Programm für Kinder und Erwachsene. Wie unterschiedlich sind die jeweiligen Reaktionen?
Kinder sind unvoreingenommener und bringen sich anders ein. Erwachsene sind reservierter, tauen erst auf, wenn sie merken, dass ich sie nicht vorführen, sondern in die Handlung einbinden will.


Wenn Sie ein neues Programm entwickeln, präsentieren sie das während dieser Phase im Familien- oder Freundeskreis?
Ja, natürlich. Ich nutze Einladungen zu Geburtstagen. Dann kommt es vor, dass ich ein kleines Programm zeige und neue Sachen einbaue. Die können anfangs noch fehlerhaft sein und ich hole mir auf diese Art die nötige Sicherheit.

In welchem Turnus modifizieren Sie ihre Show? Entwickeln Sie eigene Nummern oder bedienen Sie sich auf dem Magie-Markt?
Beides. Es kann sich um die völlige Überarbeitung vorhandener Kunststücke handeln, oder von mir entwickelte, die auch nur von mir gezeigt werden. Um die Schwebe, meine stärkste Nummer, bis zur heutigen Perfektion zu bringen, habe ich zehn Jahre gebraucht. Heute kann ich diesen Trick nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf dem Sandwall oder am Strand zeigen.

Machen die großen Shows in Las Vegas, wo Tiger sich in Assistentinnen verwandeln und Elefanten auftauchen, „normalen“ Zauberern das Leben schwer?
Nein. Auch die traditionellen Nummern wie etwa das Becherspiel, das als einer der ältesten Zaubertricks gilt, oder die chinesischen Ringe kommen beim Publikum nach wie vor sehr gut an. Es sind Kunststücke mit sehr viel Inhalt, die Frage ist nur, wie sie präsentiert werden.


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